Ich will leben, frei sein - Junge Flüchtlinge suchen eine neue Heimat in Deutschland

Ich will leben, frei sein - Junge Flüchtlinge suchen eine neue Heimat in Deutschland

Weltweit sind seit Ende 2013 so viele Menschen auf der Flucht wie seit dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr. Kriege, Terror und massive Menschenrechtsverletzungen zwingen Tausende, ihr bisheriges Leben zurückzulassen. Leicht verliert man dabei den Einzelnen aus dem Blick.
"Den Menschen hinter den Zahlen sehen, das ist Liebe." (H. Prantl) - genau das versucht dieser Film. Vier junge Leute, zwischen 15 und 21 Jahre alt, die in Baden-Württemberg eine neue Heimat suchen, porträtiert die eindrucksvolle Dokumentation "Ich will leben, frei sein". Ali kommt aus Afghanistan und findet als ehemaliger Profisportler neue Freunde und damit Halt in einem kleinen Fußballverein. Paria stammt aus dem Iran und engagiert sich in einer evangelischen Kirchengemeinde. Tereza aus Eritrea hat das Glück, in einer Pflegefamilie Geborgenheit zu finden und Ahmad aus Syrien jobbt als Dachdecker auf Baustellen und träumt davon, Architektur zu studieren. Sie alle haben in ihren Herkunftsländern und auf der Flucht Traumatisches erlebt. Was sie verbindet, ist ihr Hunger auf Bildung, die Wertschätzung, in einer Demokratie ihre Meinung frei äußern zu dürfen, und die Hoffnung auf ein ganz normales Leben ohne Bomben, staatliche Willkür und Gewalt.

Die DVD enthält methodisch vielseitige Unterrichtsmaterialien für den Ethik- und Religionsunterricht in der Sek I sowie Informationen für die Fortbildung.

Vom Landesmedienzentrum Baden-Württemberg für den Unterricht empfohlen

Begleitendes Material (Auswahl)

Infos zur DVD
Inhaltsübersicht, Gliederung der DVD

Bezug zu den Bildungsplänen
in Baden-Württemberg

Migration

Bausteine für den Unterricht

Asylrecht
Infoblatt M03a

Wohin fliehen die Menschen?
Arbeitsblatt M07

Medientipps

Von Ina Hochreuther und Thomas Stürmer

Literatur

Migration:

Buntz, Herwig: Migration in der Geschichte: Ein Arbeitsbuch für den Unterricht. Wochenschau Verlag 2014.
Der Begriff Migration bezeichnet ein aktuelles Phänomen mit globaler Dimension. Dabei sind Migrationen seit
jeher wesentliche Bestandteile der menschlichen Geschichte, die sich seit der Urzeit in unterschiedlichen Formen und Ausmaßen vollzogen haben. Den Schwerpunkt des Buches bilden 16 Einzelkapitel zu je unterschiedlichen Migrationserscheinungen. Die Bandbreite reicht dabei von der Wanderung des Frühmenschen über antike Kolonisation, Sklavenhandel, die Wanderungen der Juden bis hin zu Migrationen des 20. Jahrhunderts (Vertreibung, Aussiedlung, Flucht, „Verbesserungsmigration“). Alle Kapitel enthalten eine inhaltliche und didaktische Einführung und einen Materialteil (Texte, Bilder, Karten, Statistiken), der durch Arbeitsaufträge erschlossen wird. Fächerübergreifende Dimensionen des Themas werden stets berücksichtigt.

Brunner, Bernd: Nach Amerika: Die Geschichte der deutschen Auswanderung. C.H.Beck, München 2009.
Die USA wurden weit ins 20. Jahrhundert hinein von deutschen Auswanderern geprägt. Man schätzt, dass etwa ein Sechstel der heutigen US-Bevölkerung deutsche Vorfahren hat. Die Auswanderung begann mit einzelnen,
sektiererisch geprägten Gruppen im 17. Jahrhundert und setzte sich dann in Schüben fort bis zum Beginn der Massenauswanderung im 19. Jahrhundert. Bis 1914 verließen rund sieben Millionen Deutsche ihre Heimat in Richtung USA. Dieses Buch schildert, warum Deutsche ihr Land verließen, wie sie aufgenommen wurden in der "Neuen Welt" und wie sie sich dort organisierten. Dabei werden eine Reihe von besonders interessanten Aspekten berücksichtigt, zum Beispiel die Situation deutsch-jüdischer Auswanderer im 19. Jahrhundert, der Kontakt der deutschen Auswanderer mit verschiedenen ethnischen Gruppen wie Indianern, Schwarzen und Chinesen und ihre Rolle bei der Sklavenhaltung im amerikanischen Süden. Etwa 15 Kurzporträts von prominenten Auswanderern, eine Kurzchronik und Tipps für eigene Familien-Recherchen runden den Band ab.

Hoerder, Dirk: Geschichte der deutschen Migration. Vom Mittelalter bis heute. München 2010.
Deutschland ist über Jahrhunderte hinweg eine Kulturregion mit vielfältigen Wanderungsbewegungen gewesen. Männer und Frauen deutscher Dialekte und zahlreicher regionaler Kulturen sind aus ihrer jeweiligen Heimat
ausgewandert, um neue Lebensperspektiven zu finden, Menschen anderer Kulturen – Juden, Hugenotten, Türken u.v.a.m. – sind umgekehrt in Deutschland eingewandert. Dirk Hoerder bietet einen chronologischen Überblick über die Auswanderung, zeigt die unterschiedlichen Motive, die Auswahl der Ziele, die quantitativen Ausmaße und die kulturellen wie wirtschaftlichen Auswirkungen. Quelle: KNO

Oltmer, Jochen: Globale Migration. Geschichte und Gegenwart. C. H. Beck, München, 2. u. ergänzte Auflage 2016.
Jochen Oltmers souveräner Überblick zeigt die Hintergründe, Formen und Konsequenzen globaler Migration
in der Neuzeit und schildert die großen Bevölkerungsbewegungen, die die Welt im 19. und 20. Jahrhundert fundamental geprägt haben. Für die Neuauflage hat Jochen Oltmer den Band um ein Kapitel zur aktuellen Flüchtlingskrise ergänzt. Quelle: KNO

Asylrecht
Tiedemann, Paul: Flüchtlingsrecht. Die materiellen und verfahrensrechtlichen Grundlagen. Berlin 2015.

Jugendbücher zum Thema Migration:

Abawi, Atia: Der geheime Himmel. Eine Geschichte aus Afghanistan. Aus dem Amerikanischen von Bettina Münch, dtv Verlagsgesellschaft (deutsche Erstausgabe) 2015. Von 14 Jahren an.
Wir hören vom Leid der Flüchtlinge aus Syrien, aus Afghanistan und aus vielen anderen Ländern, die bei uns
auf ein besseres Leben hoffen. Aber wir ahnen nur, wie es in ihrer Heimat zugeht. Die Journalistin Atia Abawi gibt uns in ihrem Romandebüt „Der geheime Himmel“ die Ahnung von einer komplett anderen Lebenswirklichkeit in Afghanistan. Dabei handelt es sich nicht um ein Flüchtlingsschicksal – höchstens um ein landesinternes – eher geht es um eine Art „Romeo und Julia“-Geschichte von einer verbotenen Liebe in einer disparaten Gesellschaft, die den Begriff Freiheit im Sinne eines selbst bestimmten Lebens kaum kennt. Die fünfzehnjährige Fatima lebt in einem abgeschiedenen Dorf. Als ihr um zwei Jahre älterer Kindheitsfreund Samiullah unerwartet von einer Religionsschule aus der Stadt zurückkehrt, spürt sie, dass es viel mehr als Erinnerungsfreude ist, die sie bewegt. Auch der sanfte junge Mann weiß, dass er in das Mädchen verliebt ist. Aber eine Verbindung ist undenkbar. Sie gehören verschiedenen Ethnien und unterschiedlichen sozialen Schichten an. Sie dürfen sich nicht einmal treffen. Als sie doch heimlich im Wald miteinander sprechen, werden sie von Samiullahs Cousin Rashid beobachtet, dem die Lehrer in eben dieser Religionsschule, welcher der andere den Rücken kehrte, das Hirn vernebelt haben zu einem fanatischen Islamverfechter hin. Er verrät die beiden. Fatima wird daraufhin von ihrer Mutter gnadenlos geächtet, der eigentlich liebevolle Vater will sie einem gleichaltrigen Freund zur Zweitfrau geben, um „die Schande“ von der Familie abzuwaschen. Samiullah und Fatima fliehen, verfolgt von den Banditen einer islamistischen Truppe, der Rashid sich angeschlossen hat, obwohl er schnell durchschaut, dass die Kerle gierig, brutal und gottlos sind. Atia Abawi erzählt in knappen Kapiteln aus den unterschiedlichen Perspektiven der drei Jugendlichen. Damit schafft sie es, bis zu einem gewissen Grad selbst Rashids Motivation nachvollziehbar zu machen. Ihr großer Verdienst liegt darin, wie sie uns in einer atemberaubend fesselnden Geschichte ein zersplittertes, gebeuteltes Land zeigt, dessen dörfliche kulturelle Gepflogenheiten uns völlig fremd sind. Gleichzeitig vermittelt sie ein differenziertes Islambild mit glaubensstarken, großartigen weisen Menschen einerseits, mit einfachen, unter engen gesellschaftlichen Normen agierenden Gläubigen andererseits – und mit perfiden Kriminellen, denen es um Profit und Macht, aber niemals um religiöse Werte geht. Die Autorin, als Kind afghanischer Eltern in Deutschland geboren, wuchs in den USA auf. Sie berichtete fünf Jahre lang als Auslandskorrespondentin für amerikanische Fernsehsender aus Kabul und lebt heute in Jerusalem. Ihr fiktives Jugendbuch wirkt authentisch, ist zutiefst bewegend und gleichzeitig sehr informativ. (Text: Ina Hochreuther in Stuttgarter Zeitung, 23.10.2015)

Carolin Eichenlaub und Beatrice Wallis (Hg.): Neu in der Fremde. Beltz & Gelberg, Weinheim 2016. Ab 14 Jahren.
Die Anthologie „Neu in der Fremde“ bündelt die Erfahrungen von 19 Menschen, die sich aus unterschiedlichsten
Gründen mit den Themen Flucht und Neuanfang auseinandersetzen. Die einen berichten, warum sie ihre Heimat mit der Hoffnung auf ein besseres Leben verlassen mussten und andere, wie sie Menschen bei ihrer Ankunft in der Fremde unterstützen. Die Portraits der Frauen und Männer verschiedener Generationen und Herkunftsländer sind getragen von persönliche Erinnerungen; von fernen Kulturen und fremdem Alltag, von traumatischen Erfahrungen und kleinen Glücksmomenten. Zurück bleibt am Ende die Erkenntnis, dass Wege in die Fremde zu schicksalshaften Begegnungen mit Menschen führen, die bereichern und trotz allen Widrigkeiten optimistisch stimmen. Wie z.B. das Portrait der 27-jährigen Ramatu aus Nigeria. Ihre Geschichte handelt von einer mutigen jungen Frau und alleinerziehenden Mutter. Mit dem zweiten Kind schwanger, reist sie im Jahr 2015 mit ihrer zwei-jährigen Tochter über Italien nach Deutschland, mit dem Ziel, ihren Kindern eine sichere Zukunft zu ermöglichen. Zerai dagegen kam bereits 1990 als Jugendlicher mit seiner alleinerziehenden Mutter aus Eritrea nach Deutschland. Er erlebte den Neuanfang als eine Zeit des Scheiterns und der Ausgrenzung. In der Folge gründet er das „Projekt Moses“, mit dem er nun Ankommende unterstützt. Namat wurde als 11. Kind ihrer Eltern in Deutschland geboren, die vor dem Krieg im Libanon geflüchtet sind. Für „Neu in der Fremde“ hat sie mit ihren Eltern gesprochen, die von ihrer geglückten Reise in ein sicheres Land erzählen.

Peter Härtling: Djadi, Flüchtlingsjunge. Beltz & Gelberg, Weinheim 2016. Ab 10 Jahren.
Flucht und Vertreibung ist eine Schlüsselerfahrung in Peter Härtlings eigener Biographie und spielt seit jeher
in seinem literarischen Werk eine besondere Rolle. Das Thema ist gesellschaftlich hoch-aktuell und beschäftigt Peter Härtling auch in seinem neuen Roman „Djadi, Flüchtlingsjunge“. Speziell das Schicksal der Kinder liegt dem Autor am Herzen. Erst im August formulierte Härtling in einem Gespräch für das Magazin chrismon: „Es hätte mir als Kind geholfen, wenn man mich nicht als ein Niemand, der integriert werden muss, behandelt hätte – sondern als Mensch.“ Der Held von Peter Härtlings im Herbst 2016 erscheinenden Roman „Djadi“ ist ein elf Jahre alter Flüchtlingsjunge aus Syrien, der ganz allein in Frankfurt strandet. Niemand weiß, was er bei seiner Flucht über das Mittelmeer erlebt und was er verloren hat. Es ist eine Alten-WG, die ihn aufnimmt und sich liebevoll um ihn kümmert. Tag für Tag lernt er die neue Welt ein biss-chen mehr kennen. Er lernt die Sprache, die Gewohnheiten seiner neuen „Familie“ und sich in der Schule zu behaup-ten. Aber es ist die große innere Nähe und Freundschaft zu dem 75-jährigen Wladi, die Djadi hilft, mit seinen Ängsten zu leben. Peter Härtling hat einen ruhigen, poetischen Roman in knapper Form geschrieben, der tief in die verwundete Seele eines Kindes blickt und dabei trotzdem voller Zuversicht ist.

Die Bibel und der Fremde:

Schmidt, Werner H.: Alttestamentlicher Glaube in seiner Geschichte. 7. Auflage. Neukirchen-Vluyn 1990.

Crüsemann, Frank: Das Alte Testament als Grundlage der Diakonie. In: Diakonie – biblische Grundlagen

und Orientierungen. Ein Arbeitsbuch. Hrsg. Von Gerhard K. Schäfer und Theodor Strohm. 3. Auflage. Heidelberg, 1998.

Haslinger, Herbert: Diakonie. Grundlagen für die soziale Arbeit der Kirche. Paderborn 2009.
Die soziale Arbeit der Kirche muss sich Klarheit verschaffen über ihre gesellschaftlichen Grundlagen, ihre Prinzipien, Ziele und professionellen Einstellungen. Das Handbuch gibt diese Orientierung. Die darin formulierten

Grundlagen werden anhand des theologischen Leitbegriffs der Diakonie entwickelt. Studierenden, aber auch Praktikern, die in den verschiedenen Feldern der kirchlichen Sozialarbeit tätig sind, wird dieses Buch ein wertvoller Begleiter sein. Quelle: VLB

Theißen, Gerd: Die Bibel diakonisch lesen: Die Legitimitätskrise des Helfens und der barmherzige Samariter. In: Gerhard K. Schäfer und Theodor Strohm (Hrsg.), Diakonie – biblische Grundlagen und Orientierungen, Heidelberg, 3. Auflage, 1998.

Rüegger, Heinz, Sigrist, Christoph: Diakonie – eine Einführung. Zur theologischen Begründung helfenden Handelns. Theologischer Verlag Zürich, 2011.
Mit diesem Band legen die Autoren eine Einführung in die Diakonie als Praxis sozialen Helfens vor. Auf dem
Hintergrund biblischer Grundlagen und kirchengeschichtlicher Entwicklungen erfolgt eine kritische Auseinandersetzung mit theologischen Begründungen diakonischen Handelns. Die Autoren gehen von einer dezidiert schöpfungstheologischen Position aus, die anerkennt, dass helfendes Handeln ein allgemein-menschliches Phänomen ist, das zwar zum christlichen Glauben gehört, aber keine christliche Spezialität darstellt. Ein ausführliches Kapitel widmet sich Aspekten diakonischer Ethik und bietet Orientierungspunkte für helfendes Handeln heute. Quelle: TME


Audiovisuelle Medien

Die DVD enthält noch weitere Sequenzen mit Ali aus Afghanistan und Ahmad aus Syrien. Sie können eingesetzt werden, um noch mehr über die beiden Personen zu erfahren, oder wenn einzelne Themen vertieft werden sollen.

Migration:

Bekas
Spielfilm von Karzan Kader, Finnland / Schweden / Irak, 2012, f., 97 Min., empfohlen ab 10 Jahren.
Ausleih- und downloadbar z.B. im Ökumenischen Medienladen in Stuttgart unter DVS853.
Kurdistan im Nordirak 1990: Die beiden Brüder Zana und Dana schlagen sich in der von Sadam Hussein beherrschten
Region als Schuhputzer durchs Leben. Der eine noch ein Kind, der andere fast ein Jugendlicher haben keine Eltern mehr und kein Zuhause. Trotz Armut, Sorgen und Konflikten blicken sie zuversichtlich in die Welt. Eines Tages können sie heimlich durch ein Guckloch im Gebäude ein paar Szenen aus dem Kinofilm „Superman“ erhaschen, bevor sie ertappt und verjagt werden. Naiv, aber von dem Drang nach einer Perspektive beseelt, beschließen sie, nach Amerika zu gehen, in „die große Stadt, in der Superman lebt”. Dieser Held, so hoffen sie, kann ihre Probleme lösen und alle Bösen, vor allem Saddam Hussein, bestrafen. Doch sie besitzen weder Geld noch Pässe und ihr einziges Transportmittel ist ein Esel, den sie „Michael Jackson” nennen. Der Regisseur und Drehbuchautor Karzan Kader hat sich in „Bekas“ von eigenen Kindheitserlebnissen inspirieren lassen. Er war sechs Jahre alt, als seine Familie 1988 aus Kurdistan flüchtete und Monate später in Schweden eine neue Heimat fand. Die abenteuerliche Reise seiner beiden kleinen Helden erzählt er bei allen Härten mit viel Humor – ein Wagnis, das ausgesprochen gut funktioniert. Ohne visuelle Effekte und ohne künstliches Licht gedreht, gelingen Kameramann Johan Holmqvist nahezu dokumentarisch wirkende, atmosphärisch dichte Bilder. Dieser Blick auf einen archaischen, von Kriegen gelähmten Landstrich kontrastiert mit der Geschichte von den quirligen, hoffnungsvollen Buben, die ihren Träumen folgen und fest zusammenhalten, selbst wenn manchmal alles aussichtslos erscheint. Ursprünglich als Kurzfilm konzipiert, erhielt Kader 2011 den Studenten-Oscar für „Bekas“. Aber auch die jetzige Kinolangfassung des Films dürfte Jung und Alt gleichermaßen begeistern. (Text: Ina Hochreuther in Stuttgarter Zeitung, 10.04.2014)

Bon Voyage
Animationsfilm von Fabio Friedli, Schweiz, 2011, f., 6 Min., empfohlen ab 14 Jahren.
Ausleih- und downloadbar z.B. im Ökumenischen Medienladen in Stuttgart unter DVK1212.
Dutzende Menschen, die ihr Land verlassen wollen, klettern auf einen überfüllten Pritschenwagen. Auf ihrer Reise durch die Wüste und über das Meer gehen viele verloren. Einer kommt durch. Doch gerettet ist er nicht.
Vielmehr sieht er sich nun einer ganz anderen Art von Härte gegenüber: Eine Behörde, die über seine Aufnahme zu entscheiden hat. Didaktische DVD mit ausführlichem Begleitmaterial.

Einfache Fahrt – Eine Migrationsgeschichte

Dokumentarfilm von Fabio Caramaschi, Italien 2010, f., 30 Min., empfohlen ab 14 Jahren.
Ausleih- und downloadbar z.B. im Ökumenischen Medienladen in Stuttgart unter DVK1134.
Im Mittelpunkt des Dokumentarfilms steht der 13-jährige Sidi. Er ist der älteste Sohn einer Tuareg-Familie, die durch die Arbeitssuche des Vaters auseinandergerissen wurde. Bald kann der Vater Frau und Kinder nach Norditalien holen. Nur der jüngste Sohn Alkassoum muss zunächst noch in der Wüste bei seinen Großeltern
bleiben, wo er Ziegen hütet. Später kommt auch er nach Italien. Sidi will Journalist werden. Er zeigt mit Hilfe seiner Kamera, was das Leben in zwei verschiedenen Kulturen, was Trennungen und Veränderungen für die Menschen bedeuten. Am meisten bewegt ihn die Frage: Wo ist mein Platz und meine Zukunft?

Die Farbe des Ozeans
Spielfilm von Maggie Peren, Deutschland / Spanien 2011, f., 92 Min., empfohlen ab 14 Jahren.
Ausleihbar z.B. im Ökumenischen Medienladen in Stuttgart unter DVS740.
Die spanische Küste ist weit weg. Wir hier sind schockiert, aber nie direkt betroffen, wenn tief im Süden mal wieder ein Boot mit halbtoten illegalen Immigranten strandet. In „Die Farbe des Ozeans“ kriegt die deutsche
Touristin Nathalie (Sabine Timoteo) ein solches Drama auf einer kanarischen Insel unmittelbar mit. Sie wird Zeugin, wie fast verdurstete senegalesische Flüchtlinge von dem hartherzig wirkenden spanischen Polizisten Josè festgenommen und bis zu ihrer Abschiebung in ein Auffanglager verfrachtet werden. Mit zweien von ihnen, Zola und seinem kleinen Sohn Mamadou, hatte sie zuvor noch kurz Kontakt. Als es den beiden gelingt, wiederum zu fliehen, ruft Zola Nathalie an und bittet sie um Geld. Ihre Hilfe löst eine weitere Katastrophe aus. Maggie Peren, bislang eher als Drehbuchautorin bekannt, für „Kiss and Run“ etwa erhielt sie den Grimme- Preis, erzählt in ihrer zweiten Regiearbeit aus den verschiedenen Perspektiven ihrer drei Hauptfiguren. Josè sieht vor allem die Probleme im eigenen Land. Seine Haltung gegenüber den Immigranten ändert sich, als er privat einen Schicksalsschlag erleidet, den er vielleicht hätte verhindern können, wenn er offener gewesen wäre. Nathalie möchte aus spontaner Sympathie gleichsam zwischen der „ersten“ und der „dritten“ Welt solidarisch vermitteln. Sie unterschätzt die Skrupellosigkeit von Schleppern. Und Zola ersehnt sich einfach nur eine Zukunft für seinen Jungen. Sie bleiben uns als Zuschauern allesamt ein wenig fremd und gerade darin liegt eine Stärke des Films. Er hält uns auf Distanz. Das zeigt sich auch in den verwaschenen Farben, die niemals Unbeschwertheit aufkommen lassen. Maggie Peren hat eine nachdenklich stimmende Momentaufnahme aus dem südlichen Grenzgebiet Europas gedreht, die lieber schwierige Fragen aufwirft als einfache Antworten zu geben. (Text: Ina Hochreuther in Stuttgarter Zeitung, 17.05.2012)

Flucht aus Afrika
Dokumentarfilm von Howard Bradburn / Paul Kenyon, Großbritannien 2015, f., 29 Min., empfohlen ab 14 Jahren.
Ausleih- und downloadbar z.B. im Ökumenischen Medienladen in Stuttgart unter DVK1497.
Am Beispiel afrikanischer Flüchtlinge zeigt diese Dokumentation, warum bereits Kinder und Jugendliche ihre Heimat verlassen und sich auf eine lebensgefährliche Reise begeben, die sie durch fremde Länder und über
das Mittelmeer führt. Die zahllosen Bedrohungen, denen sie dabei ausgesetzt sind, werden dabei vor Augen geführt. Auf der ROM-Ebene der DVD befindet sich umfangreiches didaktisches Begleitmaterial.

Flucht ins Ungewisse
Kurzspielfilm von Behrooz Karamizade, 2013, f., 17 Min., empfohlen ab 12 Jahren.
Ausleih- und downloadbar z.B. im Ökumenischen Medienladen in Stuttgart unter DVK1212.
Wohin flüchtest du, wenn dein Leben in Gefahr ist und es keinen Ort gibt, an dem du dich verstecken kannst? Das kurdische Mädchen Bahar ist zusammen mit seinem Vater auf der Flucht von Syrien nach Deutschland
und hat für sich einen Weg gefunden. Um ihre Ängste zu überwinden und sich vor Gefahren zu schützen, glaubt sie, unsichtbar werden zu können, wenn sie ihre Augen schließt. In Frankfurt werden die beiden unfreiwillig voneinander getrennt. Bahar sieht die glitzernde Bankenmetropole mit den Augen eines Mädchens, dem weder Heimat noch Bezugspersonen geblieben sind, das unter den gegebenen Umständen kein Kind mehr sein kann – und doch Möglichkeiten findet, mit ihrer Situation umzugehen. Auf einer Polizeistation kommen Vater und Tochter wieder zusammen. Was nun geschehen wird, bleibt offen. Deutscher Menschenrechts-Filmpreis 2014 in der Kategorie Bildung.

Fluchtursachen und Asylverfahren
Dokumentarfilm, Didactmedia, Deutschland 2016, f., 20 Min., empfohlen ab 10 Jahren.
Ausleih- und downloadbar z.B. im Ökumenischen Medienladen in Stuttgart unter DVK1539.
Jahr für Jahr sind viele Millionen Menschen weltweit auf der Flucht. Niemand flieht freiwillig. Der didaktische Film benennt Fluchtgründe und zeigt drei Beispiele anerkannter Asylsuchender. Er vermittelt geschichtliche
sowie verfassungs- und völkerrechtliche Grundlagen wie das Asylrecht im Grundgesetz oder die UNMenschenrechtskonvention. Der Film zeigt die Unterscheidung von politischer oder religiöser Verfolgung als Asylgrund und einer Anerkennung schutzbedürftiger Flüchtlinge beispielsweise aus Krisen- oder Bürgerkriegsregionen. Zudem grenzt er den ausländerrechtlichen Status von Asylsuchenden und Flüchtlingen zu Migration und EU-Bürgerschaft ab und versachlicht Begriffe und Diskussion. Er gibt einen Einblick in ein Asylverfahren. Begriffe wie Registrierung, Asylantrag, Anhörung, Dublin-Verfahren, Anerkennung oder Abschiebung werden erklärt. Nicht alle Flüchtlinge haben eine Bleibeperspektive. Der Film zeigt die rechtlichen Grundlagen, aufgrund derer viele Flüchtlinge Deutschland in den ersten Wochen, Monaten oder mit Befriedung der Konflikte auch noch nach Jahren wieder verlassen müssen. Andere werden wieder zurück in ihr Land gehen und am Aufbau helfen wollen. Das relativiert hohe Aufnahmezahlen. Der Film zeigt Integrationsmaßnahmen und die Arbeit Ehrenamtlicher in der Flüchtlingshilfe. Er beschreibt staatliche Aufgaben aus dem Asylbewerberleistungsgesetz, die Unterbringung von Flüchtlingen, Arbeitsverbote und Residenzpflicht. Die Produktion versachlicht eine Diskussion, wirft aber auch kontrovers diskutierte Fragen auf und enthält vielerlei Arbeitsmaterialien.

Flüchtlinge – Vom Weggehen und Ankommen
Dokumentarfilm von Michael Klinksik, Deutschland 2015, f., 44 Min., empfohlen ab 14 Jahren.
Ausleih- und downloadbar z.B. im Ökumenischen Medienladen in Stuttgart unter DVK1505.

 

 

Stefan Adam, 1966 in Herford/Westfalen geboren, machte nach der Schule eine Ausbildung als Chemisch Technischer Assistent (CTA) in Bielefeld. Anschließend leistete er Zivildienst in der Jugendhilfe Schweicheln. 1989 erfolgte das Abitur auf dem Westfalen Kolleg Bielefeld im Rahmen des zweiten Bildungswegs und dann ein einjähriges Praktikum auf der Kunst- und Musikschule Bielefeld. Von 1995 bis 2000 studierte Stefan Adam Visuelle Kommunikation an der Kunsthochschule Kassel und schloss von 2001 bis 2004 das Aufbaustudium Diplom-Journalistik an der Universität Hohenheim an. Der Titel seiner Abschlussarbeit lautet „Videojournalismus – Paradigmenwechsel in der TV-Berichterstattung?“ Seit 2001 lebt und arbeitet er als freiberuflicher Filmemacher und Autor in Stuttgart.

www.streifschuss.com

Eine umtriebige Medienfrau mit fundiertem theologischem Background ist die 1968 im Landkreis Esslingen a.N. geborene Filmemacherin von „Ich will leben, frei sein“, die damit bereits ihre siebte Produktion für die Edition DVD complett realisierte, dieses Mal im Zweierteam mit Stefan Adam. Nach dem Abitur zog es Silke Stürmer in die Ferne, nach Palästina, wo sie ein Jahr lang mit geistig behinderten Kindern arbeitete. Zurück in Deutschland studierte sie in Neuendettelsau, Marburg und Bonn Evangelische Theologie, um dann 1995 in Tübingen mit dem kirchlichen Examen abzuschließen. Anschließend war sie zwei Jahre als Redakteurin für Religionsbücher bei einem Schulbuchverlag aktiv. Dann machte Silke Stürmer das Vikariat in Sindelfingen, gefolgt von einem halben Jahr Arbeit als Gemeindepfarrerin in Böblingen. Mit dem Wechsel in die Redaktion für Funk und Fernsehen des Evangelischen Medienhauses Stuttgart, 2001, fand sie ein ihren Vorstellungen entsprechendes Aufgabenfeld. Silke Stürmer realisiert seither als Drehbuchautorin und Regisseurin Filme zu ethischen und christlichen Fragestellungen. Schon zuvor machte sie sich parallel selbstständig und gründete mit zwei gleich gesinnten Frauen die Bürogemeinschaft für Redaktion und Lektorat „text_dienst“. Parallel schrieb sie Reportagen zu sozialen und gesellschaftspolitischen Themen. Von 2009 bis 2013 übernahm sie eine Stelle als Medienpfarrerin im Evangelischen Medienhaus. Jetzt arbeitet sie in Teilzeit als Pfarrerin im Kirchenbezirk Schorndorf und produziert nach wie vor freiberuflich Dokumentarfilme. Mit ihrem Mann, Thomas Stürmer, und den zwei gemeinsamen Kindern lebt Silke Stürmer in einem kleinen Ort im Remstal.

Thomas Stürmer, 1968 geboren, studierte nach Abitur und Zivildienst von 1989 bis 1995 Evangelische Theologie und schloss mit dem ersten Examen ab. Parallel erfolgte ab 1990 ein Psychologiestudium mit Diplomabschluss im Jahr 1997. Die Diplomarbeit schrieb er bei der Daimler-Benz AG im Bereich Personalwesen. Zwischen 1998 und 2000 machte Thomas Stürmer sein Vikariat an der Böblinger Stadtkirche. Anschließend arbeitete er zwei Jahre als Pfarrer in der Dietrich-Bonhoeffer-Gemeinde von Heilbronn-Sontheim, beauftragt mit der Hochschulseelsorge, und dann bis 2011 in der Kirchengemeinde Hebsack-Rohrbronn. Vom Pfarrdienst wechselte er in den Kreisdiakonieverband Rems-Murr-Kreis. Hier war er bis Anfang 2016 für die Gemeinwesenarbeit und Sozialberatung zuständig und hatte die fachliche Verantwortung für die Asylarbeit des Kreisdiakonieverbandes inne. Inzwischen leitet er die Abteilung „Landkreis- und Kirchenbezirksdiakonie, Existenzsicherung“ im Diakonischen Werk Württemberg. Thomas Stürmer ist seit 1996 mit unserer Filmemacherin Silke Stürmer verheiratet.

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Ich will leben, frei sein - Junge Flüchtlinge suchen eine neue Heimat in Deutschland

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