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Wer schlug die Thesen an die Tür?

Kommentierte Medientipps und Internetlinks

Von Elvira Feil-Götz und Ina Hochreuther

Literatur

1. Literatur zu Martin Luther allgemein

Albrecht Beutel (Hg.): Luther Handbuch. Mohr Siebeck, 2005.
Dieses neu konzipierte Standardwerk gewährt verlässliche, bündige und professionelle Orientierung über Leben, Werk und Wirkung Martin Luthers. In 60 Einzelartikeln, verfasst von 25 renommierten Lutherforschern, werden alle wesentlichen Aspekte detailliert und verständlich dargestellt. Das Buch ist für Fachleute und Liebhaber der Theologie, aber auch der angrenzenden Disziplinen– wie der Geschichtswissenschaft, Germanistik oder Philosophie– von Interesse. Zahlreiche Querverweise sowie ausführliche Register erleichtern die Aufnahme und Vertiefung eines selbständigen Lutherstudiums.

Reingard Dithmar (Hg.): Durch Gottes Gnade bin ich wohlauf – Martin Luthers Leben in seinen Briefen. Leipzig, Evangelische Verlagsanstalt 2008

Cornelia Dömer: Mit Martin Luther unterwegs. Hänssler 2008.
Dieser Reiseführer macht das bewegte Leben des Reformators lebendig. Von Eisenach bis Wittenberg, von Erfurt bis zur Wartburg. An unzähligen Stätten entdeckt der Leser die Spuren von Luther. Dr. Cornelia Dömer erklärt Geschichte und Geschichten, die dahinter stecken. Mit zahlreichen Farbfotos, Stadtplänen und Adressen.

Gerhard Ebeling: Luther – Einführung in sein Denken. UTB 1090. Tübingen, Verlag J.C.B. Mohr, 4. Auflage 1981.

Heinrich Fausel: D. Martin Luther – Leben und Werk 1483 bis 1521. Band 11 der Calwer Luther-Ausgabe, Hrsg. v. Wolfgang Metzger, Lizenzausgabe: GTB Siebenstern 411. Gütersloher Verlagshaus Gerd Mohn, 3. Auflage der Taschenbuchausgabe 1977.

Heinrich Fausel: D. Martin Luther – Leben und Werk 1522 bis 1546. Band 12 der Calwer Luther-Ausgabe, Hrsg. v. Wolfgang Metzger, Lizenzausgabe: GTB Siebenstern 412. Gütersloher Verlagshaus Gerd Mohn, 3. Auflage der Taschenbuchausgabe 1977.

Thomas Kaufmann: Martin Luther. Reihe „Wissen“, CH Beck, 2006. Der Autor, geboren 1962, ist Professor für Kirchengeschichte an der Universität Göttingen.

Hanns Lilje: Martin Luther – in Selbstzeugnissen und Bilddokumenten. rowohlts monographien 98. Reinbek, Rowohlt Taschenbuch Verlag, 20. Auflage 1997.
 
Bettine Reichelt (Hg.): Gebete und Sprüche Martin Luthers. Evangelische Verlagsanstalt 2008.
„Wenn du einmal in deinem Leben in eine schwierige Lage kommst, dann erst wirst du erfahren, dass du sie auch meistern kannst.“ „Herr, ich bin ein fauler Esel, darum komme ich, dass du mir hilfst und mein Herz entzündest.“ Diese Gedanken stammen von keinem Geringeren als Martin Luther. Nie ist er zimperlich, aber immer ehrlich und herzlich. Da er sich über fast alles seine Gedanken macht, umfasst dieser Band Gebete und Sprüche über so vielfältige Themen wie die Liebe und die Ehe, den Reichtum, die Freude, den Tod, die Musik und natürlich das Leben im Allgemeinen. Dabei treffen seine Bonmots immer wieder den Kern der Dinge, während seine Gebete von erstaunlicher Aktualität sind.

Friedrich Schorlemmer: Hier stehe ich– Martin Luther. Aufbau-Verlag 2003.
Friedrich Schorlemmer skizziert den faszinierenden, sinnenfrohen Menschen, Martin Luther, in all seinen Facetten und Widersprüchen: den unbeugsamen Mönch, streitbaren Publizisten, begnadeten Prediger, liebevollen Ehemann und Hausvater. Luthers weiterführende Ideen, aber auch Irrtümer bedenkend, zeigt er, wie viel Erkenntnis, Trost und Ermutigung uns seine Schriften im 21. Jahrhundert geben können. Zahlreiche Abbildungen, darunter Porträts von Cranach und Dürer, zeitgenössische Holzschnitte, Luther-Bildnisse unserer Zeit und Fotos aus dem Film "Luther" begleiten die Lektüre.

Eva Zeller: Die Lutherin. Spurensuche nach Katharina von Bora. Piper 2002.
Eva Zeller schildert das Leben Katharina von Boras, jener Frau, die Martin Luthers neuer Lehre wegen unter großer Gefahr aus dem Kloster floh und wenig später die Frau des Reformators wurde. Der Leser begegnet bei dieser "Spurensuche" einer selbstbewussten und mutigen Kämpferin für eine umwälzende Idee, einer großartigen Frau, die Luther "nicht um Frankreich oder Venedig mehr hergeben" wollte. Katharina von Bora (1499-1552) war keineswegs nur Mutter und Ehefrau, sondern auch Mitkämpferin für Martin Luthers umwälzende Ideen. Sie leitete in Wittenberg einen großen Haushalt und wurde damit zum Urbild der evangelischen Pfarrfrau. Eva Zeller hat sich auf die Spurensuche begeben und bringt uns eine großartige Frauengestalt nahe.


2. Literatur zu Martin Luther für Unterrichtende und theologisch Interessierte

Oswald Bayer: Martin Luthers Theologie. Eine Vergegenwärtigung. Neuaufl. Mohr Siebeck, 2007.
"Oswald Bayer gelingt es in gewohnter Weise, gewichtige theologische Themen so vorzustellen, dass der Leser neugierig wird, tiefer zu graben und weiter zu forschen. Es ist sein Verdienst, mit diesem Werk die Bedeutung der Theologie Luthers für unsere Gegenwart stilistisch glänzend und für alle theologisch interessierten Christen gut lesbar erschlossen zu haben, nicht ohne hier und da auch zu markieren, wo die Grenzen solcher Gegenwartsbedeutung Luthers liegen." (Armin Wenz in Lutherische Beiträge 10,2005, S. 253ff)

W. Beinert: Unfehlbarkeit. LThK 10. Freiburg, 3. Auflage 2006.

Wolfgang Dietsch u.a.: Martin Luther und die Reformation. Eine Unterrichtseinheit über die Reformation und Gegenreformation für das 7. – 9. Schuljahr. Frankfurt, Diesterweg 1983.

Erwin Fahlbusch (Hg.) u.a.: Evangelisches Kirchenlexikon. Internationale theologische Enzyklopädie. 4. Band. Göttingen, Vandenhoeck & Rupprecht, 3. Auflage 1986.

Elvira Feil-Götz, Dieter Petri, Jörg Thierfelder: Martin Luther und seine Zeit. Materialien für die Grundschule. Calwer Materialien. Modelle für den Religionsunterricht. Anregungen und Kopiervorlagen. Stuttgart, Calwer Verlag 1999, 2. Aufl. 2003.

Reinhard Frieling, Ernst-Albrecht Ortmann: Katholisch und Evangelisch. Informationen über den Glauben. Bensheimer Hefte 46. Göttingen, Vandenhoeck & Ruprecht, 6. Auflage 1980.

Kurt Galling (Hg.) u.a: Die Religion in Geschichte und Gegenwart. Handwörterbuch für Theologie und Religionswissenschaft. 6. Band. Tübingen, Verlag J.C.B. Mohr, Ungekürzte Studienausgabe. 1986.

Angelika Guckes: Biblische Bildergeschichten. Band 2. Calwer Materialien. Anregungen und Kopiervorlagen. Stuttgart, Calwer Verlag 2002.

Lutherbibel. Taschenausgabe ohne Apokryphen, neue Rechtschreibung. Deutsche Bibelgesellschaft, 2000.

Alexander Popielas: Wer war Luther? - Infos, Hintergründe und Diskussionsanregungen. Klasse 7-9. Verlag an der Ruhr, 2005. 

Thomas Schneider: Zeichen der Nähe Gottes. Grundriss der Sakramententheologie. Mainz, 2. Auflage 1980.


3. Literatur zu Martin Luther für Kinder und Jugendliche

Renée Holler:  Im Netz der Falschmünzer. Ein Ratekrimi um Martin Luther. Illustr. v. Günther Jakobs. Loewe, 2008. Ab 10 Jahren.
Eisenach im Jahr 1522: Lukas' Onkel steht in Verdacht, Falschgeld zu besitzen, und ihm droht eine schwere Strafe. Um ihn vor dem Urteil zu bewahren, setzt Lukas alles daran, die tatsächlichen Fälscher zu finden. Hat der geheimnisvolle Gefangene auf der Wartburg etwas damit zu tun? – Lukas und seine Freunde beginnen auf eigene Faust zu ermitteln und sind schon bald selbst im Netz der Falschmünzer...

Stefan Horst: Martin Luther. Illustr. v. Elke Junker. Kaufmann 2007. Ab 8 Jahren.
Das Buch erzählt das bewegte Leben Luthers in 15 Stationen auf lebendig illustrierten Doppelseiten und vermittelt in einfacher Sprache die zeitgeschichtlichen Hintergründe, die zur Reformation führten.

Frank Neumann: Von Martin Luther den Kindern erzählt. Bilder: Uta Fischer. Butzon & Bercker, 2008.
Kindgerecht und anschaulich schildert der evangelische Pfarrer Frank Neumann die Person und das Wirken Martin Luthers. Warum die Lutherbibel zu den meistgelesenendeutschen Übersetzungen der Bibel gehört und warum die evangelische Kirche am 31.Oktober den Reformationstag feiert, hier wird Kirchengeschichte lebendig und anschaulich erklärt.

Redaktion Schule und Lernen: Schülerduden: Religion und Ethik. Ein Lexikon zum Religions- und Ethikunterricht. Mannheim, Bibliografisches Institut & F.A. Brockhaus AG 2005.

Dietlind Steinhöfel: Luther-Quiz. 99 Fragen und Antworten zu Martin Luther und der Reformation. Kaufmann, 2008.

Dietrich Steinwede: Martin Luther – Leben und Wirken des Reformators. Düsseldorf, Patmos 2006.
Luther hat das Christentum auf ein neues Fundament und das Verhältnis des Einzelnen zu Gott auf eine neue Basis gestellt. Vor Kaiser und Papst bewies er hohen persönlichen Mut, als er sich auf sein Gewissen berief und an seinen Überzeugungen festhielt. Er erschütterte die Grundlagen der Alten Kirche und vermochte eine neue zu bauen. Sein Programm – du bist für dein Glaubensleben selbst verantwortlich, du bist frei, die Bibel persönlich für dich selbst auszulegen – reklamiert eine neue Freiheit. Das Buch erschließt die Gestalt Martin Luther in ihrer religiösen und historischen Bedeutung für junge (und erwachsene) Leser. Seiner eindrucksvollen Persönlichkeit und Biografie kommt auch heute orientierende und Werte setzende Kraft zu. Dietrich Steinwede, geboren 1930, Historiker und Germanist, war Dozent für Religionspädagogik am Religionspädagogischen Institut Loccum und am Pädagogisch-theologischen Institut Bonn-Bad-Godesberg. Zahlreiche Veröffentlichungen für Kinder und Erwachsene.

Andreas Venzke: Luther und die Macht des Wortes.  Illustr. v. Klaus Puth. Arena, 2007. Ab 10 Jahren.
Er wollte auf Missstände in der Kirche hinweisen – und trat eine Lawine los: Der Mönch Martin Luther spaltete mit seinen Lehren die Christen Westeuropas in zwei Lager. Andreas Venzke schildert den großen Reformator in seinen vielen Facetten, als Mensch, als Theologe, als Rebell; Sachseiten liefern Wissenswertes zum historischen Hintergrund, zu Menschen, Gesellschaft und Religion. Ein umfassendes und faszinierendes Bild eines gewöhnlichen Menschen, der mit der Kraft seiner Überzeugung und seiner Worte etwas Außergewöhnliches vollbrachte.

Arnulf Zitelmann: „Widerrufen kann ich nicht“ – Die Lebensgeschichte des Martin Luther. Weinheim, Beltz & Gelberg, Neuaufl. 1999.
Arnulf Zitelmann erzählt das Leben Martin Luthers, ein Leben in einer Zeit voller Widersprüche. Sein Vater hatte ganz andere Pläne mit ihm: Jurist sollte er werden, Staatsbeamter. Stattdessen wurde er "Doktor der Heiligen Schrift" und stellte mit seinen Wittenberger Thesen Kirche und Obrigkeit in Frage. Damit brach die alte Ordnung zusammen. Bauern revoltierten, Fürsten widersetzten sich dem Kaiser, Nonnen brachen aus dem Kloster aus. Aber hat Martin Luther selbst das alles gewollt? – Arnulf Zitelmann erzählt das Leben Martin Luthers, ein Leben in einer Zeit voller Widersprüche: Die Kirche versucht sich zu behaupten, gleichzeitig drängen Wissenschaft und Technik nach vorn, auch neue Länder werden entdeckt. In dieser unruhigen Zeit sucht Luther nach neuen Gewissheiten. "Zitelmanns Biografie eignet sich vor allem deswegen für eine erste Beschäftigung mit der Reformation, weil sie klug strukturiert die Verknüpfung von Glaubensfragen und Machtspielen darstellt, ohne durch allzu viele Namen und Zahlen zu verwirren." (Eselsohr)


Audiovisuelle Medien:

Betrifft: Luther. Dokumentarfilm von Joachim Puls, D 1996, 25 Min., f., FSK: o.A.
(Ausleihbar z.B. im Ökumenischen Medienladen Stuttgart unter VC862)
Am 18. Februar 1546 starb der Reformator Martin Luther. Der Film des Evangelischen Fernsehens begibt sich auf eine kritische Spurensuche nach dem prominenten Protestanten und setzt sich dabei bewusst von den gängigen Luther-Bildern und Klischees ab, konfrontiert sie mit kritischen Anfragen. Gedreht wurde an historischen Plätzen: im Augustinerkloster in Erfurt, auf der Wartburg bei Eisenach, in Bad Frankenhausen und in Wittenberg. Eine Weimarer Theologin trifft Fachleute, die sie befragt: zu Luthers Psychogramm und seiner reformatorischen Entdeckung, zu Reformation und Revolution, zu seinem Verhältnis zum Judentum und zum Profil des Protestantismus heute.

Bibelfuchs spezial, Martin Luther, CD-ROM. Ein Spiel- und Rätselspaß. Für Windows 98, ME, 2000, XP, 2007. Deutsche Bibelgesellschaft, 2007.

Botschaft für Jahrtausende. Die Entstehung der Bibel. Dokumentarischer Kompilationsfilm von Sabine Klonk. D 2007 – 28 Min. – Farbe, DVD complett für Unterricht und Bildungsarbeit. Hrsg. v. Evangelischen Medienhaus, Stuttgart 2007.
Die Bibel– das Buch der Bücher im wörtlichen wie im übertragenen Sinne – wird hier Kindern und Jugendlichen nahe gebracht. Was steht in diesem Kompendium? Wer hat die vielen Geschichten, Gesetze, Gebete verfasst? Wie sind das Alte und das Neue Testament entstanden? Wie wirkten diese Schriften in ihrer langen Geschichte und was bedeuten sie uns heute? Die Filmautorin geht diesen Fragen mit Ausschnitten anderer Produktionen nach, die sie auf der Bildebene zu einer eigenen Erzählung zusammengefasst und mit neuem Kommentar versehen hat. So entfaltet sich eine faszinierende Kulturgeschichte, von der Menschen auf allen Kontinenten berührt und geprägt wurden.

Die Entdeckung des Martin Luther. Dokumentarfilm von Christopher Paul, D 2003, 29 Min., f. (Ausleihbar z.B. im Ökumenischen Medienladen Stuttgart unter VC2949)
Im Frühjahr 1513 dürfte Martin Luther das "Turmerlebnis" gehabt haben, das sein Leben und den Gang der Welt veränderte. Die Zeit ist aus den Fugen. Das Macht- und Gedankengebäude des Mittelalters zerfällt. Unerhörte Entdeckungen beunruhigen die Menschen. Der Kaiser ist mit der Türkengefahr beschäftigt. Die Fürsten nutzen seine Schwäche, um ihre Interessen zu stärken. Der Papst ist auf das Format eines Renaissancefürsten geschrumpft, der mit Gift und Dolch Familienpolitik betreibt. Überall erklingt der Ruf nach einer Reform "an Haupt und Gliedern". In dieser Nacht fragt der einsame Mönch radikal nach der Beziehung zwischen Mensch und Gott. Die Antwort der offiziellen Kirche reicht ihm nicht mehr. Da stößt er auf einen Satz im Römerbrief des Heiligen Paulus. Kreuzestod und Auferstehung Christi sind der vollzogene und vollendete Akt der Erlösung. Kein menschliches Werk kann sie steigern oder müsste sie immer wieder neu bewirken. Sie ist das unverdiente Geschenk der Gnade Gottes und kann nur durch den Glauben des Menschen angenommen werden. Luther spürt die "Freiheit eines Christenmenschen". Diese Nacht verwandelt ihn, und noch ahnt niemand ihre Folgen für die Geschichte Europas und der Welt.

Die große HörBibel, nach Martin Luther, Altes und Neues Testament. 80 Audio-CDs, Ungekürzt in szenischer Lesung. Mit den Stimmen von über 80 bekannten SprecherInnen. 80 Std.; In Box. Deutsche Bibelgesellschaft 2007.

Lutherbilder. Dokumentarfilm  von Dietmar Buchmann, D 1996, 30 Min., f. und sw., FSK : 6. (Ausleihbar z.B. im Ökumenischen Medienladen Stuttgart unter VC882)
Der Film verfolgt die Spur der stehenden und bewegten "Luther-Bilder" und ihren historischen Kontext. Da ist der Zeitgenosse und Freund, Lukas Cranach, von dem allgemein bekannte und wohl auch authentische Luther-Bildnisse überliefert sind. Die jeweils Machthabenden späterer Jahrhunderte benutzten Luther immer wieder zur Inszenierung ihrer Geisteshaltung und Herrschaft: Gemälde, Denkmäler und Filme zeugen davon. Größeren Raum nimmt die DDR-Geschichte in ihrem Umgang mit dem Reformator ein: Ignoriert der Thomas-Müntzer-Spielfilm von 1956 die Rolle Luthers noch völlig, so vereinnahmt man ihn 1983, zum 500. Geburtstag, als volkstümlichen Bestandteil deutscher Geschichte in einem fünf Abende füllenden Filmwerk. Der französische Wissenschaftler Alfred Grosser äußert sich schließlich zu Aspekten wie Luthers kompliziertem Freiheitsbegriff oder der Erziehung zum Obrigkeitsdenken.

Luther – Er veränderte die Welt für immer. Spielfilm von Eric Till, BRD 2003, 121 Min., Farbe, FSK: 12. Hrsg. als DVD-educativ von Matthias-Film, Stuttgart 2004. (Ausleihbar z.B. im Ökumenischen Medienladen Stuttgart unter DVS158 oder VS 2510)
In weit gespanntem Bogen erzählt der Spielfilm von Martin Luthers Zeit– von Luthers Eintritt ins Kloster und seinem Leben als Universitätsprofessor und Prediger in Wittenberg bis zu den Bauernaufständen und dem protestantischen Glaubensbekenntnis der deutschen Landesfürsten in Augsburg. Er zeigt die psychologische Entwicklung des jungen Luther vom selbstzweiflerischen Mönch zum Reformator wider Willen. Dabei skizziert er ein Sittengemälde des frühen 16. Jahrhunderts und wirft Schlaglichter auf das kirchliche und politische Geschehen der Zeit.

Luthers Tischreden, 1 Audio-CD, Sprecher: Uwe Ochsenknecht. 55 Min., Kreuz-Verlag, Stuttgart 2008.

Maler Lucas und Dr. Luther. Dokumentarfilm von Ronald Hartung, D 2002, 20 Min., f., FSK: 6. (Ausleihbar z.B. im Ökumenischen Medienladen Stuttgart unter VC1818)
Lucas Cranach der Ältere (1472-1552), Maler und Unternehmer, und Martin Luther (1483-1546), Doktor der Theologie, Bibelübersetzer und Kirchenreformator waren Zeitgenossen und hatten trotz unterschiedlicher Biografien eine gemeinsame Hauptwirkungsstätte: die kurfürstliche Residenzstadt Wittenberg. Der Film folgt den Spuren beider Persönlichkeiten und zeigt auf, was sie miteinander verbindet und unterscheidet. Anhand zahlreicher Bilder Cranachs wird das Leben und Wirken der beiden Repräsentanten der Reformationsgeschichte lebendig.

Martin Luther. Spielfilm von Irving Pichel, BRD/USA 1953, 105 Min., sw., FSK: 6. (Ausleihbar z.B. im Ökumenischen Medienladen Stuttgart unter VS2069)
Studenten sind fröhlich in einer Gaststube versammelt. Dann gibt ein Kommilitone den Abschied seines Studentenlebens bekannt: Martin Luther. Die Jurisprudenz vermag seine Fragen nicht zu beantworten. Er hat beschlossen, in Erfurt dem Augustinerorden beizutreten. Seine bohrenden Fragen kann er jedoch weder dort noch auf einer Pilgerfahrt nach Rom lösen. Erst viel später, als Professor der Theologie in Wittenberg, findet er im Studium der Bibel den erlösenden Gedanken der Gerechtigkeit vor Gott durch den Glauben. In Wittenberg beginnt sein Widerstand gegen die Missbräuche der Kirche seiner Zeit. Hier hängt er 1517 die Thesen gegen die Ablass-Praxis auf. Es folgen der Disput in Leipzig, der päpstliche Bannstrahl und das berühmte Zitat vor dem Wormser Reichstag: "Hier stehe ich, ich kann nicht anders!" Dem päpstlichen Bann folgt die kaiserliche Acht. Unter dem Schutz des sächsischen Kurfürsten findet Luther Zuflucht auf der Wartburg, wo er die Übersetzung der Bibel ins Deutsche beginnt. Seine Gedanken finden Verbreitung. 1530 wird in Augsburg vor Kaiser Karl V. das evangelische Bekenntnis proklamiert.
"Film des Monats" der Jury der Evang. Filmarbeit 03/1954. Filmgeschichtlich interessantes Werk, das allerdings wegen seiner pathetisch-heroisierenden Darstellung des Reformators der Aufarbeitung bedarf.

Martin Luther. Dokumentarfilm von T. N. Mohan, USA 2003, 130 Min., f. und sw., (Ausleihbar z.B. im Ökumenischen Medienladen Stuttgart unter VC1999)
Eine ausführliche Dokumentation zu Martin Luthers Biografie, die die alltägliche, gesellschaftliche und geistige Welt seiner Zeit skizziert. Der größte Teil der Bilder besteht aus Gemälden, Kupferstichen und Holzschnitten der damaligen Zeit. Inszenierte Bilder gibt es nur wenige und wenn, weisen sie sich durch ihren musealen Charakter als solche aus. Aktuelle Aufnahmen der Wirkungsstätten Luthers runden den Film ab. Die chronologische Erzählweise und eingeblendete Zwischenüberschriften ermöglichen einen unkomplizierten Zugang zu einzelnen Zeitabschnitten. Zitate von Luthers Zeitgenossen unterbrechen den durchgehenden Kommentar. Gliederung: Das Zeitalter der Konflikte / Der Sohn des Bergmanns / Die frühen Jahre / Fast ein Jurist / Der Professor / Der Ablasshandel / Die Konfrontation / Die Kluft wird größer / Das Wormser Konzil / Junker Jörg / Das Exil / Die Rückkehr / Das Magnum Opus / Die zwei Gesichter / Das Ende des Zölibats / Familienglück / Die Reformation zerspaltet sich / Kirchenmusik / Die Confessio Augustana / Der Unaufhaltsame / Das Erbe / Die Einladung.

Martin Luther, 5 DVDs: Der Protest; Der Sohn der Bosheit; Die Geheimnisse des Antichrist; Hier stehe ich; Das Gewissen. 450 Min., Komplett Media, Grünwald 2004.

Martin Luther, 2 DVDs, 2-teiliger dokumentarischer Spielfilm. 210 Min., Universum Film; ZDF Video, 2004.
Der spannende Film präsentiert Stationen aus dem Leben Martin Luthers. Der erste Teil des Films zeigt Luther vor der Spaltung, die er sicherlich so nicht gewollt und möglicherweise auch nicht so, wie wir sie heute empfinden, gesehen hat. Die Frage, wie er eines Gottes gewiss wird, auf den er sein Vertrauen setzen kann, treibt ihn im Kloster zu Erfurt um. Luther fühlt sich verpflichtet, seine Vorgesetzten über Missbräuche zu informieren. Dass seine loyalen Eingaben dann weit über den Kreis der angesprochenen Amtsträger hinaus Aufsehen erregen, ist von ihm keineswegs beabsichtigt. Der zweite Teil des Films zeigt den Reformator auf dem schwierigen Weg, den er eingeschlagen hat: Ohne den Segen von Kaiser und Papst, geächtet und gebannt.

Martin Luther. Gesammelte Werke. Hrsg. v. Kurt Aland. Digitale Bibliothek. Berlin, Directmedia Publishing 2004.

Martin Luther – Die neue Lehre. Dokumentarfilm von Bernard Dörries u. Edeltraud Glaser, D 1997, 28 Min., f., FSK: o.A. (Ausleihbar z.B. im Ökumenischen Medienladen Stuttgart unter VC1108)
Der Film vermittelt einen Einblick in Leben und Werk des bedeutenden Wittenberger Reformators. Luthers Lehre wird eingebettet in die gesellschaftlichen und kirchlichen Verhältnisse des frühen 16. Jahrhunderts. Die damals vorherrschende Vorstellung von einem Richtergott und der Sündhaftigkeit des Menschen löste in Luther Jenseitsangst und Gewissensbisse aus. Sie bewegten ihn dazu, das Leben im Kloster zu wählen. In seiner strikten Ablehnung des Ablasswesens geriet Luther in Konflikt mit Kirche und Kaiser. Geschützt von seinem Landesherrn konnte er jedoch seine Lehre formulieren. Sie wird in vier Elementen dargestellt: Rechtfertigung, Sakramente, Gottesdienst und Geistliches Regiment.

Martin Luther – Rebell wider Willen. Dokumentarfilm von Max Kronawitter, D 2002, 19 Min., f., FSK: o.A. (Ausleihbar z.B. im Ökumenischen Medienladen Stuttgart unter VC1782)
Nicht nur als Theologe sondern auch als Mensch, der voller Kraft und Visionen für Erneuerung und Veränderung gekämpft hat, beeindruckt Martin Luther noch heute. Mit seinem Lebenswerk hat er die Kirche verändert und über seine Zeit hinaus Einfluss auf Politik und Literatur gehabt. In einer Neuproduktion werden die Grundzüge der theologischen Überzeugungen in Zusammenhang mit der persönlichen Ausstrahlung des Reformators vorgestellt. Der Film vermittelt damit Basisinformationen, die über das Persönlichkeitsbild transparenter und anschaulicher gemacht werden.

Martin Luther. Unterrichtsentwürfe für die Primar- und Sekundarstufe. Audio-Kassette und Begleitbuch. Hrsg. v. Barbara Tillmann u.a., Iserlohn, AV-Religion 1999.

Offen für alle. Kirche und Gottesdienst. Dokumentarfilm mit Spielteilen von Silke Stürmer. D 2007, 20 Min., f., dvd complett für Unterricht und Bildungsarbeit. Hrsg. v. Evangelischen Medienhaus GmbH, Stuttgart 2007.
Zwei Mädchen flitzen auf ihren Cityrollern durch die Stadt. Johanna, die zu Besuch bei Klara weilt, wundert sich über die Architektur der Kirche, bei der zwei Türme durch eine Brücke verbunden sind. Die zwei beschließen, sich das Gotteshaus von innen anzuschauen. Stille empfängt sie drinnen. Dann aber hallen Orgelklänge durch den hohen Raum. Die Mädchen treffen auf den Kantor, der ihnen zeigt, wie dieses besondere Instrument Töne erzeugt. Dann schauen sie sich weiter um. Es gibt so viel zu entdecken in einer alten Kirche wie dieser, den Altar, die Kanzel, das Kirchengestühl, Grabplatten, den Taufstein. Die Kamera begleitet die beiden, während die Kommentarstimme vermittelt, dass in diesem Haus, dem Haus Gottes, Menschen willkommen sind, die beten oder einfach ein bisschen nachdenken wollen.

"Wir sind Bettler" – Martin LutherH. Jürgens u.a., Stuttgart 1982, 40 Dias, f. u. sw., Reproduktionen. (Ausleihbar z.B. im Ökumenischen Medienladen Stuttgart unter TB333)
Leben und Wirken Martin Luthers unter besonderer Berücksichtigung der politischen, wirtschaftlichen, sozialen und religiösen Situation des frühen 16. Jahrhunderts. Im Mittelpunkt steht die Darstellung der inneren Entwicklung des Reformators. Andere Bewegungen und Personen seiner Zeit tauchen nur am Rande auf. 


Internetlinks:

Links zum Film „Wer schlug die Thesen an die Tür?“

http://www.br-online.de/kinder/radio-tv/willi/
Die „Willi will’s wissen“-Seite des Bayerischen Rundfunks zum bekannten Kindermagazin mit Willi Weitzel.

http://www.br-online.de/kinder/radio-tv/willis_vips/
Die „Willis VIPS“-Seite des BR, der Kindermagazin-Reihe mit Willi Weitzel, zu der auch unser Film „Wer schlug die Thesen an die Tür?“ gehört.

http://www.medienrauschen.de/archiv/willi-wills-wissen-interview-weitzel/
Interview mit Willi Weitzel vom 12.12.2005.

www.kirchenkreis-nuernberg.de
Der Kirchenkreis Nürnberg im Webauftritt der Evangelisch-Luterischen Kirche in Bayern mit Informationen der beiden Regionalbischöfe Dr. Stefan Ark Nitsche und Elisabeth Hann von Weyhern aus dem Film „Wer schlug die Thesen an die Tür?“

http://www.gutenberg-buchdruck-sprache.de/gutenberg-erfindung-buchdruck/
Informationen zu Gutenberg und zur Erfindung des Buchdrucks.

 
Links zu Martin Luther

http://www.luther.de/
Umfangreiche Seiten zu Martin Luther, seinem Leben, Werk und Zeitgenossen.

http://www.ekd.de/martinluther/luther_leben.html
Seite der EKD zu Martin Luther mit zahlreichen Verweisen wie, auch auf Luther-Texte wie:

http://www.ekd.de/glauben/95_thesen.html
Die 95 Thesen Luthers auf der Homepage der EKD.

http://www.ekd.de/luther/quiz.html
Quiz zu Martin Luther von der EKD

www.ejwue.de/churchnight/upload/36LutherZitate.pdf
PDF mit Lutherzitaten.

http://www.rpi-loccum.de/luthergs.html
Unterrichtsentwurf für die Grundschule zu Martin Luther: „Von der Angst zum Vertrauen – Martin Luthers neuer Weg im Glauben“ von Ulf Peter Radow.

http://www.heiligenlexikon.de/BiographienM/Martin_Luther.html
Martin Luther im Ökumenischen Heiligenlexikon.

http://www.luther.enet.de/
private Homepage mit zahlreichen Luther-Predigten

http://www.martinluther.de/cgi-bin/vm/luther
Homepage der Stiftung Luther-Gedenkstätten in Sachsen-Anhalt

http://www.deutschland-panorama.de/unesco/eisleben_wittenberg_luthergedenkstaetten/index.php
Website von „deutschland panorama.de“ mit Panorama-Aufnahmen aus den Luther-Gedenkstätten. (Einige davon finden sich auch auf dieser dvd complett unter 2.4 auf der ROM-Ebene.)

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