Der Nachbar - Kafkas Erzählung als Kurzspielfilm

Der Nachbar - Kafkas Erzählung als Kurzspielfilm

Kurzspielfilm von Caroline Reucker
nach der gleichnamigen Kurzgeschichte von Franz Kafka
Deutschland 2012, 9 Min., Produktion: Filmakademie Baden-Württemberg

FSK: Lehrmittelfreigabe.

Was wissen wir eigentlich über die Menschen, mit denen wir Tür an Tür leben oder arbeiten? Oft nicht viel, aber wir machen uns darüber keine Gedanken. Anders ergeht es dem Protagonisten des Kurzfilms „Der Nachbar“. Im Büro neben dem jungen Mann ist jemand Neues eingezogen. Angeblich betreibt dieser „Harras“ ein ähnliches Geschäft wie er. Anstatt nun in direkten Kontakt zu treten, verstrickt er sich immer tiefer in Mutmaßungen über den Hausgenossen: Warum hat er es im Hausflur so eilig? Belauscht er mich? Wirbt er meine Kunden ab?

Die Regisseurin Caroline Reucker nimmt uns mit auf einen Trip in die Paranoia. Kein Wort an Franz Kafkas 1917 geschriebener Kurzgeschichte wird hier verändert, weggelassen oder hinzugefügt. Ruhige Kameraeinstellungen und subtil eingesetzte Geräusche schaffen eine beklemmende Atmosphäre. Aus der werkgetreuen Verfilmung wird so ein eigenes Kunstwerk mit beeindruckenden Bildern.

Die DVD enthält Materialien für den Deutschunterricht in der Sekundarstufe I.

Zielgruppen:              Sekundarstufe I
Stichworte:
               Literaturverfilmung, Franz Kafka
Altersempfehlung:
    ab 12 Jahren
Fächerzuordnung:
     Deutsch, Ethik/Religion

Vom Landesmedienzentrum Baden-Württemberg für den Unterricht empfohlen

Video

Begleitendes Material (Auswahl)

Infos zur DVD
Inhaltsübersicht, Gliederung der DVD

Bildungsplan
Didaktischer Kommentar und Anknüpfungspunkte zum Bildungsplan

Baustein 2 "Inhalt und Form"
Inhaltliche und formale Aspekte des Textes

Eine Filmkritik schreiben
Arbeitsblatt MF12

Der Film nach der Literatur ist Film
Infoblatt MF14

5. Medientipps

Von Ina Hochreuther und Regine Hofmann

Literatur

Alt, P. A. (2005): Franz Kafka Der ewige Sohn Eine Biographie. München: Beck.

Engel; Manfred / Auerochs, Bernd (Hg.) (2010): Kafka-Handbuch. Stuttgart/Weimar: Metzler.
Klassisch aufgebautes zweispaltiges Handbuch und Nachschlagewerk, das in seinem umfangreichen Mittelteil
Artikel zu jedem einzelnen Werk Kafkas enthält, mit Angaben u.a. auch zu Adaptionen in Theater und Film. Aufgenommen wurden weiterhin eine biografische Einführung, Artikel zum kulturellen Kontext sowie zu den für Kafka typischen Figuren und Erzählweisen. Der Anhang bietet einen Überblick über die verschiedenen Editionen sowie über Informationsquellen und wissenschaftliche Hilfsmittel.

Faulstich, Werner (2013, 3. überarb. u. akt. Aufl.): Grundkurs Filmanalyse. 2. Aufl., Paderborn: UTB.
Dieses Buch bündelt 30 Jahre Lehrerfahrung und Veröffentlichungen des Autors zu Filmanalyse und Filminterpretation
unter Einschluss von Filmästhetik und Filmtheorie. Alle relevanten Kategorien der Filmanalyse werden vorgestellt und an repräsentativen Beispielen anschaulich erläutert. Die Darstellung spricht mit ihrem didaktischen Aufbau und zahlreichen anschaulichen Bildbeispielen diejenigen an, die erstmals einen Film praktisch analysieren wollen, und bietet zugleich auch den Kundigen eine kritische, weiterführende Reflexion über die Leistungen und Grenzen des vorgestellten Instrumentariums.

Hickethier, Knut (1989): Der Film nach der Literatur ist Film. Frankfurt/M. In: Schurf, B., Wagener, A. (Hg.)

(2009): Texte, Themen und Strukturen. Deutschbuch für die Oberstufe Nordrhein-Westfalen. Berlin: Cornelsen, S. 219.

Hickethier, Knut (2012, 5. erw. u. akt. Aufl.): Film- und Fernsehanalyse. Stuttgart/Weimar: Metzler.
Filme analysieren und verstehen. Film- und Fernsehproduktionen fesseln den Zuschauer durch Bilder, Dialoge oder Musik. Das Buch bietet das nötige Handwerkszeug für die Analyse von Filmen in Kino, Fernsehen und
Internet; es erklärt die Grundlagen des audiovisuellen Gestaltens und Erzählens und beschreibt Dramaturgie, Erzählstrategien, Montage und Mischung. In der 5. Auflage zu filmischen Darstellungen im Internet und neuen Trägermedien wie Tablets. Mit vielen Abbildungen, Beispielen, Infokästen und Hervorhebungen.

Schnell, R. (2000): Literarischer Film. Stuttgart. In: Schurf, B., Wagener, A. (Hg.) (2009): Texte, Themen

und Strukturen. Deutschbuch für die Oberstufe Nordrhein-Westfalen. Berlin: Cornelsen, S. 218.

Wagenbach, K. (1964): Franz Kafka. Reinbek: Rowohlt.

Wagenbach, Klaus (2008): Franz Kafka. Bilder aus seinem Leben. Dritte erweiterte und veränderte Neuausgabe. Berlin: Wagenbach.
Der Bildband mit fast 700 Abbildungen enthält nahezu sämtliche Fotografien, die aus Kafkas familiärem Umfeld
erhalten sind, außerdem zahlreiche zeitgenössische Aufnahmen der Lebensorte Kafkas.

Wrobel, D. (Hg.): (2008). Franz Kafka, „Die Verwandlung“, „Das Urteil“ und andere Erzählungen (Textnavigator für Schüler): Inhaltsangabe, Analyse des Textes und Abiturvorbereitung. Hans-Peter Goldbergund Claudia Mutter. Oldenburg.


Audiovisuelle Medien

Kafka
Spielfilm von Steven Soderbergh. Frankreich/USA 1991, 95 Min., FSK: ab 16. DVD Universum Film:2004.

Soderbergh strebte keine Filmbiographie Franz Kafkas an, sondern verknüpfte Motive aus dessen Leben mit
Inhalten und Atmosphäre seiner Romane, insbesondere „Der Prozess“ und „Das Schloss“. Kafka ist Angestellter einer Versicherungsgesellschaft und verbringt seine freie Zeit damit, sich dämonische Geschichten auszudenken. Als ein Freund ermordet wird, begibt er sich auf die Suche nach dem Mörder. Bei seinen Nachforschungen stößt er auf weitere ungeklärte Todesfälle und gerät an eine politische Widerstandsgruppe, zu der auch der Freund gehört hatte. Kafka verfolgt die Spuren bis zum örtlichen Schloss, wo er die grausige Entdeckung macht, dass ein gewisser Dr. Murnau (eine weitere Reminiszenz an den expressionistischen Film mit Anspielung auf den Regisseur Friedrich Wilhelm Murnau) dort mit den Gehirnen seiner Opfer experimentiert.
Quelle: Wikipedia

Der Prozess
Spielfilm von Orson Welles. Frankreich/Italien/Deutschland 1962, 114 Min., FSK: ab 16. DVD Reclam:2014.

Orson Welles' Kafka-Verfilmung, die der lakonischen Prosa des Autors mit einer labyrinthischen Bildwelt virtueller
Universen und kühner Montage begegnet, macht Josef K. aktiver als im Roman und zum schuldigen Neurotiker, was durch Anthony Perkins als K. betont wird. Die Bildfolge "Vor dem Gesetz" eröffnet die geniale visionäre Satire über totalitäre Herrschaftsapparate, Mühlen der Macht und Bürokratismus, der das Individuum zermalmt. Grimmig, schwarzhumorig, ausweglos. Das Adagio von Albinoni wurde seitdem häufig als Filmmusik benutzt..
Quelle: www.kino.de

Das Schloss
Spielfilm von Michael Haneke. Österreich 1997, 123 Min., FSK: ab 12. DVD absolut MEDIEN:2005.

Der Landvermesser K. wird von seiner Behörde in ein Dorf verschickt, um dort seinen Dienst anzutreten. Doch
dort weiß keiner etwas von dieser Versetzung. K. versucht, in das Schloss, dem Sitz der offensichtlich übergeordneten Verwaltung, vorzudringen. Man lässt ihn aber nicht herein. Im Dorfwirtshaus warten zwei angebliche Gehilfen, die nichts von seinem Beruf verstehen. K. versucht weiter, seine Arbeitssituation zu klären. Umsonst – alles, was er unternimmt, führt ins Leere. K. verliert sich in einem Labyrinth von Fakten, die sich als Fiktionen erweisen. Mit instinktsicherer formaler Strenge bringt Hanekes Adaption das „Kafkagefühl“, die beklemmende, schwebende Stimmung des Romans auf die Leinwand.
Quelle: absolut MEDIEN


Internetlinks
(Stand Mai 2015)

www.franzkafka.de

Portal zu Kafkas Leben und Werk vom S. Fischer Verlag.

gutenberg.spiegel.de/autor/franz-kafka-309

Kurzbiografie zu Kafka plus Werkverzeichnis.

www.inhaltsangabe.de/autoren/kafka/

Kurzbiografie und Inhaltsangaben von Kafkas wichtigsten Werken.

www.franz-kafka.eu/hoerbuecher/

Kostenlose Hörbücher zu einigen Werken Franz Kafkas.

www.Kinofenster.de
Das Online-Portal für Filmbildung.
Hier: www.kinofenster.de/lehrmaterial/filmhefte/Neben Filmheften und Begleitmaterialien finden sich hier auch Begriffserklärungen unter dem Stichpunkt „Glossar“ sowie Methoden zum Umgang mit Filmen im Schulunterricht.

Die Filmemacherin

Caroline Reucker, geb. 1985 in Marl, machte nach ihrem Abitur 2006 eine Ausbildung zur Mediengestalterin in Bild und Ton. Seit 2010 studiert sie Regie Dokumentarfilm an der Filmakademie Baden-Württemberg.

Filmografie:

„Amal“ (2014) Regie, Drehbuch
"Der Nachbar" (2013) Regie, Schnitt, Szenenbild
"Kupfer ist Kupfer" (2012) Regie
"Kunststück" (2011) Regie, Schnitt
"Perpetuum" (2011) Regie, Kamera
"Mitgefühl" (2010) Regie, Kamera, Schnitt
"Jazz a way of life" (2008) Regie, Kamera, Schnitt


Die Autorin des didaktischen Begleitmaterials

Regine Hofmann studierte in Braunschweig und Düsseldorf Bildende Kunst (Malerei und Foto / Film), Kunstwissenschaft und Kunstdidaktik sowie Germanistik. Sie schloss mit dem ersten und zweiten Staatsexamen
fürs Lehramt an Gymnasien ab. Von 2000 bis 2002 arbeitete sie auf Honorarbasis beim Filmmuseum Düsseldorf und beim „Bund Bildender Künstler“ (BBK) in Düsseldorf. 2003 wechselte Regine Hofmann in den Schuldienst
und ist seitdem als Deutsch- und Kunstlehrerin an einer Düsseldorfer Realschule aktiv. Sie lebt und arbeitet in der nordrhein-westfälischen Landeshauptstadt.

Preise

Der Nachbar - Kafkas Erzählung als Kurzspielfilm

DVD Der Nachbar - Kafkas Erzählung als Kurzspielfilm

44,90 EUR
Mit Recht zur öffentl. Aufführung

22,50 EUR
Rabattpreis für kirchliche Einrichtungen in Württemberg

159,00  EUR
Mit Recht zum Verleih und zur öffentl. Aufführung
Für kirchliche Einrichtungen aus Württemberg 35% Rabatt.

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