Immer wieder Familienslalom - 5 Bilderbuchkinos zu Familienformen und Familienalltag

Immer wieder Familienslalom - 5 Bilderbuchkinos zu Familienformen und Familienalltag

Menschen sehnen sich nach stabilen Beziehungen und nach familiärem Zusammenhalt. Doch die Bedürfnisse von Familien in einer pluralistischen Gesellschaft sind unterschiedlich. Verantwortung kann in unterschiedlichen Formen des familiären Zusammenlebens wahrgenommen werden. Ob Lebenspartnerschaft oder Lebensabschnittsbeziehung, ob Einverdiener-Ehe oder Doppelverdiener-Patchwork-Familie, ob klassische, vertauschte oder gemischte Rollenverteilung – die Gesellschaft befindet sich in einem stetigen Wandel – und Menschen können frei entscheiden, auf welche Weise sie füreinander Verantwortung übernehmen und füreinander einstehen wollen.

Das Bilderbuchkino „Alles Familie!“ zeigt sachlich, pointiert und auch witzig gesellschaftliche Veränderungen und die heutige Buntheit von Familienbeziehungen. Dieses Bilderbuchkino bildet quasi den Ausgangspunkt der DVD complett – prima vista. Eher erzählende, zum Teil sehr fantasievolle Geschichten führen in den weiteren vier Bilderbuchkinos bestimmte Konstellationen sowie Glück und Probleme in Familien kindgerecht weiter aus. Wie es sich anfühlen kann, ein Geschwisterchen zu bekommen, zeigt „Bleib bloß da drin!“ Von ersehntem Nachwuchs, der sich etwas anders verhält als gedacht, erzählt „Wunschkind“. “Wo ist Papa?“ beschäftigt sich aus Kindersicht mit einem abwesenden Elternteil, dem Bedürfnis nach Kontakt und den Irritationen, die der nicht verkraftete Schmerz der alleinerziehenden Mutter auslöst. „Edith und das Monster“ zeigt, was passieren kann, wenn Familienmitglieder einander nicht die notwendige Aufmerksamkeit und Geborgenheit schenken. 

Vom Landesmedienzentrum Baden-Württemberg für den Unterricht empfohlen

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Immer wieder Familienslalom

Filmausschnitte aus der DVD

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Wo ist Papa?

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Wunschkind 

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Bleib bloß da drin!

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Edith und das Monster

Begleitendes Material (Auswahl)

Infos zur DVD [PDF, 109 KB]
Inhaltsübersicht, Gliederung der DVD

Hinweise aus dem Orientierungsplan [PDF, 79 KB]
für Bildung und Erziehung in Kindergärten und Kitas

Thema "Familie in Bildungsplänen" [PDF, 95 KB]
Unterrichtsmaterial zur medienpädagogischen Arbeit an Fachschulen

Arbeitsblatt [PDF, 75 KB]
Familienformen und Geschwisterzahl

Arbeitsblatt [PDF, 70 KB]
Wie sich Familie verändert

Kommentierte Medientipps und Internetlinks

Literatur

Fachliteratur:

Jaszus, Rainer / Büchin-Wilhelm, Irmgard  u.a.: Sozialpädagogische Lernfelder für Erzieherinnen. Holland & Josenhans Verlag, Stuttgart 2008. Das Buch enthält das lehrplangemäße Basiswissen, um Handeln in Lernfeldern weitgehend selbstständig, sachbezogen, zielgerichtet und problemorientiert zu ermöglichen. Eigenaktives Handeln in offenen Unterrichtsformen und in der Praxis, also der Ausbildungseinrichtung, wird durch zahlreiche konkrete Lernsituationen und Aufgabenstellungen gefördert, die sich am Alter und den Erfahrungen der Schüler/innen orientieren u. a. durch Partner- und Gruppenarbeit, Recherchen (Bücher, Internet...), Projekte, Exkursionen, Reflexionen. Der Lehr- und Lernprozess ist lernfeldorientiert ausgerichtet und für die unterrichtenden Kolleg/innen gestaltungsoffen konzipiert.

Kassel, Claudia / Rieber, Dorothea: Kinder erziehen, bilden und betreuen. Neubearbeitung: Lehrbuch für Ausbildung und Studium. Cornelsen Verlag, 3. Auflage, 2012. Das Fachbuch vereint die gesamten Inhalte der Ausbildung in allen Bundesländern. Erzieher/innen, Sozialassistent/innen und alle, die beruflich mit Kindern zu tun haben, finden hier Wissen für Ausbildung, Studium und Praxis in komprimierter, verständlicher Form – angepasst an die heutigen Standards und Lesegewohnheiten.

Ein ausführliches Register, nützliche Literatur- und Querverweise sowie hilfreiche Gestaltungselemente erleichtern den Zugang und die Nutzung – auch als Nachschlagewerk.

Peuckert, Rüdiger: Familienformen im sozialen Wandel. Verlag für Sozialwissenschaften, Wiesbaden 2008. Das Buch zeigt für West- und Ostdeutschland und für die Länder der Europäischen Union vergleichend auf, dass der Anteil der Bevölkerung, der nach konventionellen Mustern lebt, stark rückläufig ist und im Zuge eines allgemeinen gesellschaftlichen Modernisierungsprozesses die Zahl derer ansteigt, die nicht-traditionale Lebens- und Beziehungsformen praktizieren. Informationen der amtlichen Statistik werden ergänzt durch Ergebnisse empirischer Untersuchungen, die die Selbstwahrnehmung der Befragten in den Mittelpunkt stellen und differenzierte Einblicke in die komplexen Beziehungskonstellationen erlauben.

Schneewind, Klaus A: Familienentwicklung. In: Oerter, Rolf / Montada, Leo: Entwicklungspsychologie. 2002, S. 105 – 127.

 

Populäre Literatur:

Bönt, Ralf: Das entehrte Geschlecht: Ein notwendiges Manifest für den Mann. Pantheon Verlag, 2012. Die Gesellschaft befindet sich in einem stetigen Wandel, was die Rollen der Geschlechter und die in der Familie anbelangen. Inzwischen besinnen sich Männer darauf, dass Karriere nicht alles ist. Ralf Bönt lebt unter den „Latte Macchiato – Müttern“ im Berliner Bezirk Prenzlauer Berg. Sein erfolgreiches Manifest für einen „neuen Mann“ beschreibt der Verlag folgendermaßen:

„ Bönts Buch ist ein längst überfälliges Plädoyer für echte Gleichberechtigung jenseits von Diffamierungen, Klischees und Schuldzuweisungen. Der Feminismus hat als revolutionäre Bewegung unsere Gesellschaft verändert. Er forderte die Gleichberechtigung der Frauen und hat zweifelsohne viel erreicht. Aber jetzt ist er in der Sackgasse. Ohne einen Beitrag der Männer kann sein Ziel nicht erreicht werden. Es ist daher höchste Zeit, dass Männer über sich nachdenken und ihre eigenen Ansprüche an eine antisexistische Gesellschaft formulieren. Wenn sie endlich reden und wir endlich zuhören, erfahren wir, dass Männer im Alter bedauern, zu wenig Zeit mit ihren Kindern verbracht zu haben. Sie haben sich zu stark über ihre Arbeitsleistung verstanden und zu wenig auf sich geachtet. Nun wollen sie sorgsamer mit sich selbst umgehen, fordern das Recht auf ein karrierefreies Leben, das Recht auf Krankheit, das Recht auf eine geehrte Sexualität jenseits von Diffamierung und Kapitalisierung. Männer sollen die Möglichkeit haben, das Leben zu wählen, das sie sich wünschen, statt sich in allen Kontexten aufs reine Funktionieren reduzieren zu lassen.“

 

Weitere Bilderbücher zum Thema „Familie“:

Asquith, Ros (Illu.) / Hoffmann, Mary: Du gehörst dazu: Das große Buch der Familien. Sauerländer Verlag, 2010. Früher bestand eine typische Familie aus Vater, Mutter, Kindern, vielleicht noch einem Hund oder einer Katze. Alle lebten in einem Haus mit Garten. So zumindest wurde es in den Kinderbüchern dargestellt. Heute gibt es Familien in allen Größen und Formen. Manche Kinder leben nur mit ihrem Papa zusammen oder mit ihren Großeltern. Familien leben in großen Häusern oder in winzigen Wohnungen. Manche fahren in den Ferien weit weg in ferne Länder, andere machen Urlaub zu Hause. So viele Farben wie der Regenbogen hat, so unterschiedlich kann das Zusammenleben sein. Und wir alle gehören dazu ... Ein farbenfroher, multikultureller Überblick über den Facettenreichtum unserer Gesellschaft.

Stian Hole: Garmans Sommer. Hanser Verlag, 2009. Familien haben sehr unterschiedliche Funktionen. Zu diesen Funktionen gehört auch der emotional-intime Aspekt. Diesen beschreibt Stian Hole sehr einfühlsam in seinem Bilderbuch „Garmans Sommer“. Garman lebt mit seinen Eltern in einem Haus. Seine Mutter pflegt den Garten und sein Vater arbeitet als Geiger in einem Orchester. Garman unterhält sich mit ihm über die Angst. Sie tauschen sich darüber aus, wer von ihnen wo Angst hat. Garman erfährt, dass sein Vater oft Angst hat, wenn er im Orchestergraben sitzt. Sie stellen fest, dass vermutlich jeder Mensch vor irgendetwas hat. Mama hat zum Beispiel vor dem Zahnarzt Angst. Und Garman selbst ist mulmig beim Gedanken, dass er bald in die Schule gehen wird. Eine weitere zentrale Rolle spielen drei alte Tanten, die zu Besuch kommen. Sie machen deutlich, dass eine Familie in der Regel eingebettet ist in ein Netz von Verwandtschaft und Freunde.

Mit „Garmans Sommer“ legt Stian Hole ein Bilderbuch vor, das sehr einfühlsam beschreibt, wie ein Kind Übergänge von einer in die andere Lebensphase erlebt. Hole illustriert seine Bilder in einer Collagetechnik. Er verwendet Fotografien genauso wie gemalte Bilder. Die Köpfe der Personen sind besonders groß, die Körper dagegen deutlich kleiner. So wird deutlich, dass Übergänge immer besonders mit den Gefühlen der betroffenen Menschen zu tun haben. In den Bildern, im Austausch Garmans mit seinen Eltern und im Besuch der drei Tanten wird deutlich, was alles auch zum Familienleben gehört: Das vertrauliche Gespräch mit Vater und Mutter, die Besuche der Verwandtschaft, die Wünsche und Hoffnungen, die Ängste und Sorgen. Dies alles gemeinsam zu teilen, kann zu beglückenden Erfahrungen für ein Kind führen.

Ken Kimura / Yasunari Murakami: 999 Froschgeschwister ziehen um. Nord-Süd Verlag, 2011. Wie ist das eigentlich, wenn man viele Geschwister hat? Muss man sich dann das Zimmer oder vielleicht sogar das Bett teilen? Haben Mama und Papa überhaupt genug Zeit? Fragen über Fragen. Und es sind Fragen, die viele Kinder zu Recht stellen, denn sie wachsen mit einem Geschwister- oder als Einzelkind auf. Da ist es spannend, Familie Frosch zu begegnen! Mama und Papa Frosch haben gerade 999 Eier im Teich abgelegt. Und aus den 999 Eiern werden 999 Kaulquappen, und aus den 999 Kaulquappen entstehen 999 Froschkinder. Da platzt der Teich aus allen Nähten. Die Froschkinder schreien, dass sie keinen Platz mehr haben. Die Eltern Frosch haben ein Einsehen und beschließen umzuziehen. Und so macht sich Familie Frosch auf den Weg zu einem neuen Zuhause. Wenn das alles nur so einfach wäre! Auf dem Weg lauern viele Gefahren: Die Schlange, die aber zum Glück schläft, oder der Falke, der sich die Frösche nicht entgehen lassen will, schließlich gibt findet er nur selten Essen im Überfluss, noch dazu so leckeres. Der Falke schnappt sich Papa Frosch und will davon fliegen. Doch das bemerkt Mama Frosch rechtzeitig und hält sich an Papa Frosch fest. Das wiederum sehen die 999 Froschgeschwister und halten sich alle an Mama Frosch fest. Der Falke wundert sich, dass seine Beute so schwer ist, viel zu schwer. Schließlich muss er sie loslassen und alle fallen nach unten. Papa Frosch fürchtet, dass nun das Ende naht. Und die ganze große Froschfamilie stürzt – in einen Teich, der so groß ist, dass er genau der richtige Platz für 999 Froschgeschwister ist.

Familie aus einem anderen Blickwinkel – so präsentieren uns die beiden japanischen Autoren diese Geschichte. Sie greifen Alltägliches auf, der Wunsch nach Platz, die Sorgen der Eltern, die Hoffnung auf eine gute Zukunft für die ganze Familie. Kimura und Murakami gelingt es, diese alltäglichen Themen humorvoll und auch mit viel Spannung zu erzählen, die sie gekonnt steigern: Es bleibt bis kurz vor Schluss offen, ob Familie Frosch vom Falken verspeist wird oder ob sie sich retten kann.

Ute Krause: Wann gehen die wieder? Berlin-Verlag, 2010. Immer mehr Kinder wachsen in Patchworkfamilien auf. Längst ist das Alltag. Dass das Zusammenleben in einer solchen Familie nicht immer ganz leicht ist und auch erst gelernt werden muss, beschreibt das Bilderbuch von Ute Krause. Zu Beginn beschreibt sie, was es bedeutet, wenn Kinder bei getrennt lebenden Eltern aufwachsen und zwischen Vater und Mutter pendeln. Als der Papa wieder eine neue Beziehung eingeht, bekommen die Kinder neue „Geschwister“. Sie merken, dass hier Konkurrenz einzieht. Dass dies nicht angenehm ist, kann man den Kindern nicht verdenken. Sie versuchen, sich so ungezogen wie nur möglich zu verhalten, um die neuen „Geschwister“ samt Stiefmutter zu vertreiben. Als ihnen dies gelingt, merken sie plötzlich, wie langweilig das Leben geworden ist. Und so halten sie Ausschau nach der Stiefmutter und ihren „Geschwistern“ und bringen sie zurück.

Ute Krause thematisiert witzig und mit Augenzwinkern die verschiedenen Facetten von Patchworkfamilien. Sie entwickelt die Geschichte ganz aus der Perspektive der Kinder. Dies macht das Bilderbuch so wertvoll, da sich Kinder auf diese Weise gut mit den handelnden Figuren identifizieren und sich in deren Gefühle hineinversetzen können.

Kulot, Daniela: Krokodil und Giraffe – eine ganz normale Familie. Thienemann Verlag, Stuttgart 2010. Papa, Mama, zwei Kinder. Eine ganz normale Familie. Na ja, nicht ganz: Denn Papa ist ein kleines Krokodil und Mama ist seine große liebe Giraffe. Und die beiden Kinder sehen auch etwas anders aus als in anderen Familien. Zusammenhalten sie trotzdem auch wenn es schon beim Frühstück zu außergewöhnlichen Turbulenzen kommt und alles durcheinandergewirbelt wird...

Sönnichsen, Imke (Illu.), Randerath, Jeanette: Fips versteht die Welt nicht mehr: Wenn Eltern sich trennen. Thienemann Verlag, Stuttgart 2008. Der kleine Dackelterrier Fips versteht die Welt nicht mehr. Manchmal kläfft er wütend seine Mama an. Dann wieder dackelt er traurig hinter seinem Papa her. Und immer fühlt er sich zwischen beiden hin- und hergerissen. Denn seine Eltern haben sich getrennt. Und Fips hat beide lieb. Zum Glück gibt es den alten Bruno. Der versteht Fips und hilft ihm sogar, sich selbst zu verstehen. Ein einfühlsames Bilderbuch, das Kinder ab 4 Jahren in Trennungssituationen unterstützt. Mit einem Nachwort vom Kinderschutz-Zentrum.

 

Kinderbücher zum Thema „Familie“:

Kachler, Roland / Reckers, Sandra (Illu.): Wie ist das … mit der Familie? Gabriel Verlag, Stuttgart/Wien 2008. „Ziemlich bunt schauen die Formen einer Familie heute aus. Fast jedes Kind hat eine, doch ob beide Elternteile zusammenleben, Geschwister da sind, oder Alleinerziehende sich mit Sohn oder Tochter eine Wohnung teilen, irgendwann vielleicht neue Beziehungsgefüge wie „Patchwork-Familien“ entstehen, stets geht es darum, ein ehrliches, für alle stimmiges Miteinander zu entwickeln. Das ist nicht gerade einfach. Veränderungen bringen manchmal Freude, oft aber Unsicherheit, Schmerz und Schuldgefühle mit sich. Und selbst in beständigen Familien wechseln Höhen und Tiefen einander ab. Davon am stärksten betroffen sind Kinder, weil sie Sicherheit brauchen und erst noch erfahren müssen, dass das Leben aus Wandel besteht und nicht immer alles so verläuft, wie man es sich wünscht.

Genau hier setzt das Sach- und Geschichtenbuch „Wie ist das mit der Familie“ an. Der evangelische Theologe und Psychologe Roland Kachler weiß aus seiner langjährigen Arbeit in einer kirchlichen Beratungsstelle genau, was Kinder fühlen, wenn ein neues Geschwisterchen erwartet wird oder Eltern sich trennen. Wie schon in seinen einfühlsamen Büchern zu den Themen Trauer und Religion, findet sich auch im jüngsten Band dieser Reihe eine gelungene Mischung aus Erzählungen, Tipps und Sachinformationen. Kinder können sich mit den vier Beispielgeschichten gut identifizieren. Laura und Tim etwa finden, dass sie genug im Haushalt mithelfen, spüren aber, dass die wieder berufstätige Mutter am Rande ihrer Kraft ist und denken sich einen „Familiensupertag“ aus. Anna und Pia teilen sich mit dem kleinen Bruder Paul ein Kinderzimmer. Um Streit und Chaos abzustellen, entwickeln sie eine witzige Idee. Sandra Reckers lebendige farbige Zeichnungen bringen zentrale Momente der Erzählungen genau auf den Punkt.

In die Texte eingestreute Infokästen geben kindgerechte Erklärungen zu besonderen Familiensituationen und Familienereignissen. Wie „Checklisten“ gestaltete Hinweise am Ende jedes Kapitels vermitteln konkrete Hilfestellungen zu den gezeigten Problemen. Das Nachwort wendet sich an Erwachsene. Kurz: ob Einzelkind, Nesthäkchen, „Sandwichkind“, Vater oder Mutter – dieses Buch vermag kleine Leser zu stärken und Große nachdenklich zu stimmen.“ Ina Hochreuther in „Kinder brauchen Werte“, Gabriel-Verlag, Stuttgart/Wien 2009

Nöstlinger, Christine / Stöllinger, Heide (Illu.): Achtung, Kinder! Residenz Verlag, St. Pölten/Salzburg 2011.Was spricht dagegen, statt ekliger Erbsen oder Weintrauben mit Kernen einfach dreimal am Tag nur Nudeln zu futtern? Ein kleiner Junge findet, er sei essenstechnisch einfach zufrieden zu stellen. Seine Mutter sieht das anders. Die wunderbare Christine Nöstlinger erzählt in Reimen einfühlsam und verschmitzt von Glück und Unglück im Familienleben. Aus der Perspektive der lieben Kleinen erklingen witzige, traurige, dem Alltag daheim und in der Schule entspringende Stoßseufzer. Heide Stöllingers ausdrucksstarke Zeichnungen treffen die jeweiligen Gefühlslagen genau. Der ersehnte Babybruder erweist sich als brüllender Zwerg, mit dem man nichts anfangen kann. Eltern planen eine Trennung und halten sich für fürsorglich, weil das Kind selbst entscheiden darf, bei wem es wohnen will. Aber es gibt auch eine Trost spendende Oma und eine prima Tante. Die Gedichte und Bilder in „Achtung, Kinder!“ stecken voller eigenwilliger, überraschender Beobachtungen, Fragen und Träume.“ Ina Hochreuther, Stuttgarter Zeitung, 14.02.2012

Obrecht, Bettina / Frampton, Iris (Illu.): Mama, Papa und die Neuen: Die Geschichte einer Patchwork-Familie. cbj, 2010. Aktuelle Themen, kindgerecht erzählt – Thema: Patchworkfamilie: Lea und Hündchen Casper sind unzertrennlich – erst recht, seit sich Leas Eltern getrennt haben: Papa will Marie heiraten und Mama will mit ihrem neuen Freund und dessen Söhnen zusammenziehen. Nur Lea weiß nicht mehr, wo sie hingehört, zumal Caspar die Haustiere der Neuzugänge gar nicht leiden kann!

 

Audiovisuelle Medien

Chrysantheme / Wo die wilden Kerle wohnen
Animationsfilme von Virginia Wilkos / Gene Deitch, USA 1998 / 1975, 15 / 8 Min., f., FSK: o.A., empfohlen ab 5. (Ausleihbar z.B. im Ökumenischen Medienladen in Stuttgart unter DVK010.)
„Chrysantheme“, lang ersehntes Wunschkind ihrer liebevollen Eltern, ist ein munteres Mäuse-Mädchen, das mit seiner Umgebung zufrieden ist. Auch ihr ungewöhnlicher Name gefällt ihr gut. Das ändert sich schlagartig mit dem ersten Schultag. Denn ihre Mitschüler lachen sie deswegen aus und machen Scherze über sie. Chrysantheme ist unendlich traurig bis eines Tages ihre schwangere Musiklehrerin Mrs. Twinkle, die alle Schülerinnen und Schüler sehr bewundern, erklärt, dass sie ihr Kind, sollte es ein Mädchen sein, ebenfalls auf diesen Namen taufen wird.
„Wo die wilden Kerle wohnen“, ein Animationsfilm nach dem gleichnamigen Bilderbuch von Maurice Sendak erzählt die Geschichte vom kleinen Max, der in seinem Wolfskostüm derart durch die Wohnung tobt, bis ihn seine Mutter in sein Zimmer schickt. Dort passieren wunderbare Dinge: Ein Urwald beginnt zu wachsen und plötzlich liegt ein Meer vor ihm, auf dem er mit einem Schiff davon segelt. Er erreicht die "wilden Kerle", fantasievoll gezeichnete Ungeheuer mit rollenden gelben Augen, die sich wild gebärden, bis er sie mit seinem unerschrockenen Blick zum Schweigen bringt. Da machen sie ihn zu ihrem König. Doch bald fühlt er sich allein und segelt – ein Jahr lang – wieder zurück. So befindet er sich schließlich wieder in seinem Zimmer, wo bereits das Abendessen auf ihn wartet.

Gemeinsam für das Kind

Dokumentarfilm von Hans-Günter Ulmer, Deutschland 2005, 22 Min., f. (Ausleihbar z.B. im Ökumenischen Medienladen in Stuttgart unter DVK693.)
Der Film dokumentiert die Erfahrungen, die Erzieherinnen und Eltern mit den neu erarbeiteten Ansätzen des Projekts "Stärkung der Erziehungskraft der Familien durch und über den Kindergarten" gemacht haben. Er zeigt dessen Vielfalt und Breite auf und beschreibt die Chancen, die eine wirkliche Erziehungspartnerschaft für Eltern, Erzieherinnen, vor allem aber für die Kinder bietet. Gliederung: 1. Kinder in ihrer Entwicklung gemeinsam unterstützen und begleiten / 2. Eltern mit Migrationshintergrund – Vielfalt bereichert / 3. Eltern gestalten den Kindergartenalltag mit / 4. Eltern bei Erziehungsfragen beraten / 5. Der Kindergarten – ein Ort für die ganze Familie.

Im Namen des Kindes

Dokumentarfilm von Katharina Wolff, Deutschland 2007, 45 Min., f.
(Ausleihbar z.B. im Ökumenischen Medienladen in Stuttgart unter
DVK511.)
Lizzy ist neun Jahre alt und hat eigentlich alles, was man in diesem Alter so braucht, um glücklich zu sein: ein schönes Kinderzimmer, eine liebevolle Mama, die sich um sie sorgt und einen Papa, der sie lieb hat und mit ihr spielt. Und doch ist Lizzys Welt aus den Fugen: Ihre Eltern reden nicht mehr miteinander. Das ist der Moment, in dem Katharina Behrend vom Gericht beauftragt wird, sich einzumischen: wenn in Familien, die keine mehr sein wollen, nichts mehr geht. Sie ist "die letzte Instanz" im Scheidungskrieg. Die psychologische Gutachterin ist unterwegs zu ihrem neuen Fall: Schmidt gegen Schmidt – zwölf Kilo Akten hat sie im Kofferraum. Seit sechs Jahren streitet sich das Ex-Ehepaar Schmidt gerichtlich um das Sorgerecht für ihre neunjährige Tochter Lizzy. Das Mädchen lebt bei der Mutter. Ihren Vater darf sie für genau acht Stunden im Monat sehen. Dagegen hat Lizzys Vater Beschwerde eingelegt. Falls Katharina Behrend herausfindet, dass Mutter Anke Schmidt bewusst die Bindung zwischen Vater und Tochter verhindern will, dürfte Lizzy auch ganz zu ihrem Vater ziehen. Gutachterin Behrend sieht es als ihre Aufgabe an, die Lebenssituation für ein Trennungskind erträglicher zu machen. Das "Dazwischen-Sein" hat bei Lizzy längst Spuren hinterlassen. Die ständigen Abschiede zwischen Vater und Mutter sind für eine Kinderseele kaum zu bewältigen. Was es heißt, die eigene Identität aufspalten zu müssen, einen tollen Papa, eine tolle Mama, aber keine Eltern zu haben, das will Katharina Behrend auch Vater und Mutter Schmidt klarmachen. In mehr als 300 Familien hat sie bereits zu schlichten versucht – in 60 Prozent der Fälle hatte sie Erfolg und erzielte eine Einigung der Eltern ohne Gerichtsentscheidung.

Der Kleine und das Biest

Animationsfilm von Johannes Weiland / Uwe Heidschötter, Deutschland 2009. 7 Min., f., empfohlen ab 6.
(Ausleihbar z.B. im Ökumenischen Medienladen in Stuttgart unter
DVK1003.)
„Der Kleine und das Biest“ erzählt die Geschichte von Haro und seiner Mama. Seit Haros Papa nicht mehr zu Hause wohnt, ist seine Mutter ganz anders geworden. Sie hat keine rechte Lust mehr, mit Haro zu spielen, lacht kaum noch und verbreitet schlechte Laune. Sie ist ein richtiges Biest geworden! Um vieles muss sich Haro nun ganz allein kümmern, denn nicht einmal Einkaufen macht der Mama Spaß. Deshalb wünscht er sich, dass sein „Mamabiest“ irgendwann mal wieder so wird wie früher…

Schreimutter

Animationsfilm von Katrin Magnitz, Deutschland 2000, 4 Min., f., empfohlen ab 4.
(Ausleihbar z.B. im Ökumenischen Medienladen in Stuttgart unter
DVK430.)
Ein kleiner Pinguin erzählt, wie ihn seine Mutter einmal so laut angeschrien hat, dass er in viele Stücke zersprungen ist. Die Einzelteile wurden quer über den Erdball verstreut, so dass sich der kleine Pinguin nicht wieder einkriegen oder zusammennehmen konnte. Aber Schreimutter hat alle Einzelteile wieder eingesammelt und zusammen genäht und sich bei dem kleinen Pinguin entschuldigt. – Nach dem gleichnamigen Buch von Jutta Bauer.

Streiten gehört dazu, auch wenn man sich lieb hat

Von Hans Gärtner, Landshut 2001, 20 Dias, f., Bilderbuch, Begleitheft, empfohlen ab 4.
(Ausleihbar z.B. im Ökumenischen Medienladen in Stuttgart unter
MP3214.)
Tom ist ein Streit zwischen seinen Eltern viel zu laut, und es macht ihm Angst. Aber sein Vater erklärt ihm, wie der Streit entstand und dass Mama und Papa sich trotzdem gern mögen. Für Kinder kann Streit zwischen ihren Eltern eine bedrohliche Sache sein. Sie entwickeln Verlustängste und beziehen den Streit auf sich und ihr Verhalten; Verhaltensstörungen können die Folge sein. Diese einfühlsame Geschichte hilft zu verstehen, dass Streit befreien kann und nicht zwangsläufig zur Trennung führt, denn Streit gehört zum Alltag, auch wenn man sich lieb hat.

Linktipps (Stand Februar 2013)

 

Literatur-Linktipps:

Textor, Martin: Elternschaft heute: aktuelle Befragungsergebnisse www.familienhandbuch.de/elternschaft/familie/elternschaft-heute-aktuelle-befragungsergebnisse

Textor, Martin: Das neue Familienbild: www.familienhandbuch.de/elternschaft/familie/das-neue-familienbild

Textor, Martin: Der Familienzyklus: www.kindergartenpaedagogik.de/39.html (Online-Handbuch „Kindergartenpädagogik)

Zentrale Ergebnisse der Sinus-Studie über Migranten-Milieus in Deutschland vom 09.12.2008: http://www.sinus-institut.de/uploads/tx_mpdownloadcenter/MigrantenMilieus_Zentrale_Ergebnisse_09122008.pdf

 

Spiele-Linktipp:

http://www.kinderwelten.net/publikationen.php
Hier findet sich die Beschreibung und Bestellmöglichkeit des Spiels, das in der Doppelstunde 1 zum Einsatz kommt:

„Das Familienspiel

Im Familienspiel können Kinder viele verschiedene Familien kennen lernen, die in unserer Gesellschaft leben. Jedes Mädchen und jeder Junge kann Familien finden, die Ähnlichkeiten mit der eigenen Familie haben. Sich wiederzuerkennen, stärkt Kinder in der Entwicklung eines positiven Selbstbildes und hilft ihnen, sich zugehörig zu fühlen.

Im Familienspiel können Kinder Gemeinsamkeiten und Unterschiede entdecken: Alle Familien haben das gleiche Recht auf Anerkennung und Respekt. Jede Familie ist besonders, was ihre Mitglieder, ihr Aussehen und ihre Lebensgewohnheiten betrifft.

Das Familienspiel kann auf unterschiedliche Weise gespielt werden. Im Memory-Spiel werden die Bildpaare gesucht: Ein Bild zeigt eine Familie, das andere Bild zeigt das dazugehörige Kind. Im Such- und Finde-Spiel werden besondere Merkmale der Kinder und ihrer Familien gesucht. Im Sortier-Spiel werden die Bildkarten nach Gemeinsamkeiten und Unterschieden geordnet. Das Spiel bietet auch Gesprächsanlässe mit Kindern über ihre eigenen Erfahrungen in der Familie.

Die Spielanleitung kann man in Deutsch, Türkisch, Englisch, Polnisch und Französisch lesen.

Zum Familienspiel gibt es ein Familienposter. Es trägt den Titel „Respekt für jedes Kind – Respekt für jede Familie“, der auch in fünf verschiedenen Sprachen zu lesen ist.

In Kooperation mit dem Projekt Kinderwelten/INA gGmbH (Institut für den Situationsansatz) an der FU Berlin

Konzept: Serap Azun

Fotos: Volker Döring

70 Bildkarten 9x9 cm, ein Familienposter, eine Spielanleitung in fünf Sprachen, im A4-Karton

ISBN 978-3-86892-034-5

19,90 € (inkl. MwSt. zzgl. Versand)“

 

Shell-Jugendstudie:

www.shell.de/aboutshell/our-commitment/shell-youth-study/downloads.htmlHier finden sich verschiedene Informationen und Dateien zur Shell Jugendstudie als Download.

http://www.diakonie-rwl.de/cms/media//pdf/arbeitsbereiche/junge_menschen/erziehungshilfe/Kleine_Anlalyse_der_16_Shell-Jugendstudie.pdf
Kurzzusammenfassung der 16. Shell-Jugendstudie als PDF.

Heidrun Bleiholder, geboren 1956, arbeitet seit 1977 als Erzieherin, mit einer Familienpause zwischen 1981 und 1991. Seit 2004 ist sie Fachwirtin für Sozialmanagement.

Sie leitet seit 20 Jahren das Evangelische Dietrich-Bonhoeffer-Kinderhaus in Ostfildern bei Stuttgart. In dieser Zeit wurde die Einrichtung vom klassischen Kindergarten zum Kinderhaus als Bildungs- und Erziehungseinrichtung mit Konzeption (die Partizipation der Eltern ist darin grundlegender Bestandteil), Qualitäts- und Beschwerdemanagement weiterentwickelt, in welcher die Vorgaben des baden-württembergische Orientierungsplans für Bildung und Erziehung in Kindergärten und Kitas ideal integriert werden konnten.

Das Kinderhaus bietet für 50 Kinder im Alter von drei bis sechs Jahren Modulbuchungen und Ganztagesbetreuung sowie einen täglichen Mittagstisch an. Die Arbeitet erfolgt nach dem „offenen“ Konzept, das den Situationsansatz aufnimmt und das Kind mit seiner ganzen Persönlichkeit in den Mittelpunkt stellt. Das Menschenbild des Evangeliums bildet dabei die Basis des Handelns.

Heidrun Bleiholder ist verheiratet, hat zwei erwachsene Söhne, vier Enkelkinder und lebt in Ostfildern.

Dietmar Böhm ist Dozent an der Evangelischen Fachschule für Sozialpädagogik in Stuttgart. Nach seiner Ausbildung zum Erzieher und mehrjähriger Berufstätigkeit studierte er Politologie, Erziehungswissenschaft und Germanistik und schloss mit dem Magister Artium (M.A.) ab. Heute arbeitet er als Medienreferent, Multimediaberater für Schulen sowie als Referent und Leiter von Fortbildungen, u. a. zu Fragen der Medienpädagogik und des interkulturellen Lernens.

Es gibt zahlreiche Veröffentlichungen von ihm wie das "Handbuch Interkulturelles Lernen", "Mobile kompakt: Lesen, klicken, lauschen. Mit Kindern Medien entdecken".

Dietmar Böhm verfasste schon mit Anja Köpnick gemeinsam das Begleitmaterial zu den drei DVD complett – prima vista „Was sagt der kleine Bär?“, „Größerwerden ist kein Kinderspiel“ und „Was zum Leben gehört“.

Regine Böhm ist Lehrkraft an der Evangelischen Fachschule für Sozialpädagogik Stuttgart. Sie unterrichtet verschiedene pädagogische Handlungsfelder und betreut Schüler/innen in der praktischen Ausbildung. Sie studierte an der FU Berlin und schloss dort als Diplompädagogin ab. Danach arbeitete sie in verschiedenen sozialpädagogischen Arbeitsfeldern, u.a. als Leiterin einer Kita in Frankfurt/M. Sie ist Mitautorin des „Handbuchs Interkulturelles Lernen“ und veröffentlichte verschiedene Artikel in einer Fachzeitschrift für Erzieherinnen. Daneben ist sie auch in der Fortbildung von Erzieherinnen tätig.

Preise

Immer wieder Familienslalom - 5 Bilderbuchkinos zu Familienformen und Familienalltag

Immer wieder Familienslalom

69,00 EUR
Mit Recht zur öffentl. Aufführung

29,80 EUR
Rabattpreis für kirchliche Einrichtungen in Württemberg

219,00  EUR
Mit Recht zum Verleih und zur öffentl. Aufführung
Für kirchliche Einrichtungen aus Württemberg 35% Rabatt.

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